Die Philippinen im Wandel der Geschichte
Republika ñg Pilipinas


Chronik der Philippinen
Vom Beginn der Besiedlung der Inseln bis Januar 1994

von
Günter Schwarz & Rosalinda Morgado-Schwarz
© 2002
Alle Rechte vorbehalten


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ca. 30000 v. Chr.

Besiedlung der Philippinen durch negroide Völker über eine noch damals bestehende Landbrücke


ca. 3000 v. Chr.

Erste Einwanderungswelle protomalaiischer oder altmalaiischer Völker auf dem Seeweg.


ca. 1000 v. Chr.

Zweite Einwanderungswelle protomalaiischer oder altmalaiischer Völker über See.


722 v. Chr.

Nach chinesischen Annalen erste Kontakte der Inseln mit der Chou Dynastie.


206 v. Chr.

Annalen der chinesischen Han Dynastie berichten von Kontakten der Insel mit dem chinesischen Reich.


ab ca. 200 v. Chr.

Einwanderung deuteromalaiischer oder jungmalaiischer Völker über See.


ab ca. 600 n. Chr.

Aufnahme regelmäßiger Handelskontakte mit China.


ab ca. 800

Einfluss von Sri-Vijaya, einem indisch beeinflussten südostasiatischem Großreich mit Zentrum in Sumatra.


13. Jahrhundert

Einwanderung aus Borneo. Gründung chinesischer Niederlassungen.


14. und 15. Jahrhundert

Einfluss des hinduistischen, indonesischen Majapahit-Reiches auf den südlichen Inseln der heutigen Philippinen.
Teilweise Tributpflicht philippinischer Stammesfürsten der nördlichen Inseln (besoders das heutige Luzon) an das chinesische Ming-Reich.


ab 1380

Vordringen des Islams von Borneo her auf die südlichen Sulu Inseln.


1381

Erste moslemische Sufis (mystische Religionslehrer) auf Sulu.


1405 - 1417

Der chinesische Kaiser Yung Lo (1402 - 1424, Ming Dynastie) schickt Admirals Cheng Ho mit einer großen Flotte von rund 60 Schiffen zu den Philippinen. Die Flotte besucht Pangasinan, Bucht von Manila, Mindoro, und die Sulu Inseln. Der chinesische Kaiser versucht, Luzon für sich zu gewinnen und schickt Ko-ch'a-lao als Gouverneur auf die Inseln. Diese Regentschaft endet allerdings mit dem Tod des Kaisers im Jahr 1424.


1417

Eine Tribut- und Handelsmission aus Sulu besucht Peking.


1450

Gründung des moslemischen Sultanats von Sulu durch Sultan Sharif-ul-Hasim Abubakir aus Palembang.


1475

Gründung des moslemischen Sultanats von Mindanao. Ausbreitung des Islams bis Zentralluzon.


1493

Papst Alexander VI. (1431 - 1503, Papst von 1492 - 1503) teilt die Welt in Interessensphären Portugals und Spaniens auf.


1494

Vertrag von Tordesillas zwischen Spanien und Portugal. Eine Gedenktafel in Tordesillas gibt den Zweck und Inhalt des Vertrages so wieder:

"An diesem Ort unterschrieben am 7. Juni 1494 Diplomaten, Kastilier und Portugiesen, unterstützt von Kartographen beider Länder, ein Abkommen, das auf päpstlicher Erlaubnis basierend, die Welt in zwei Zonen teilt, die Ziel der Entdeckung und Evangelisation sein sollten. Aus diesem Abkommen entstanden die Länder, die heute die hispanisch-lusitanische Gemeinschaft in Amerika, Asien und Afrika bilden."


um 1511

Die Portugiesen erobern Malacca im heutigen Malaysia, an der wichtigen Seestraße von Malacca. Malacca wird zum Handelszentrum und einer der wichtigsten Warenumschlagsplatz Südostasiens. Durch Malacca läuft u. a. der Handel folgender Güter:

. . . . . . . . .- Gewürze aus den Molukken
. . . . . . . . .- Sandelholz von Timor
. . . . . . . . .- Zucker von den (später so genannten) Philippinen
. . . . . . . . .- Seide, Porzellan, Moschus aus China
. . . . . . . . .- Gold, Kupfer aus Brunei
. . . . . . . . .- Reis, Fleisch von Java
. . . . . . . . .- Pfeffer, Gold, Elfenbein von Sumatra
. . . . . . . . .- Zinn von Malaya
. . . . . . . . .- Opium, Stoffe, Färbemittel aus Indien


1521

16. März: Ferdinand Magellan (ca. 1480 - 1521) nimmt, von Spanien über die Südspitze Südamerikas kommend, die philippinischen Inseln für Spanien in Besitz.

31. März: Erste Hl. Messe auf philippinischem Boden auf einer Insel der Visayas (der genaue Ort ist umstritten, vermutlich ist es in Limassawa). Magellan schließt Freundschaft mit den Datus Kalambo und Siaui

7. April: Magellan landet auf der Insel Cebu.

14. April: Magellan schenkt der frisch getauften Frau Juana von Raja Humab-on, einem Herrscher auf Cebu, die aus Flandern (Belgien) stammende Statue des Jesuskindes Santo Niño. Diese Statue wird bis heute am dritten Sonntag im Januar auf den Philippinen durch Fiestas geehrt.

27. April: Als Magellan mit Gewalt auf der Insel Mactan landen will, wird er von dem Stammeshäuptling Lapu-Lapu (ca. 1500 - ?) getötet. Lapu-Lapu wird später und bis heute als philippinischer Nationalheld verehrt.


1543

Januar/Februar: Obwohl die spanischen Ansprüche auf die Philippinen von Portugal mit Berufung auf die Aufteilung der Welt durch den Vertrag von Tordesillas (1494) bestritten wird, gibt Lopez de Villalobos den Inseln den Namen "Islas Filipinas" (Philippinische Inseln) nach dem spanischen Kronprinzen und späteren König Philipp II. (1527 - 1598, spanischer König 1556 - 1598). Minadanao nennt er "Caesarea Caroli" (Kaiser Karl) zu Ehren von Karl I./V. (1500 - 1558, König von Spanien 1516 - 1556 und als Karl V. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches 1519 - 1558).

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1565 - 1898

Die Philippinen als spanische Kronkolonie



Das Territorium der spanischen Kolonie Philippinen unterscheidet sich vom Territorium der heutigen philippinischen Republik wie folgt:

. . . . . . . . .- Guam
. . . . . . . . .- die Marianen
. . . . . . . . .- die Karolinen
. . . . . . . . .- Palau Inseln

gehören seinerzeit ebenfalls zur spanischen Kolonie der Philippinen.

Die Spanier erheben zwar Anspruch auf die Souveränität des gesamten philippinischen Archipels, aber sie können diese nicht ausüben über:

. . . . . . . . .- einen Großteil von Mindanao und auf den Sulu Inseln; denn die Filipino Moslems (Moros) lassen sich von Spanien nie wirklich erobern,
. . . . . . . . .- die inneren Bergregionen von Luzon und den Visayas Inseln; denn die Bergvölker der Ifugao, Igorot und andere wehren sich überaus erfolgreich gegen alle Eroberungsversuche der Spanier.

Mehrfach (u. a. 1619, 1621) wird dem spanischen König geraten, die Philippinen als unrentable Provinz aufzugeben oder mit Portugal gegen Brasilien einzutauschen. Jedesmal gelingt es aber Ordensgeistlichen, den König davon "zur Ehre und Herrlichkeit Gottes" abzuhalten.

Die meisten Spanier leben innerhalb von Intramuros (innerhalb der Stadtmauer) in Manila. Außerhalb Manilas lebende Spanier sind vor allem Geistliche, wobei die Ordensgeistlichen überwiegen. (Mitte des 17. Jahrhunderts leben außerhalb Manilas 254 Ordenspriester und 60 weltliche Priester. Die Kirche und die Orden werden so zu einer entscheidenden Wirtschaftsmacht.

Spanien belohnt Dienste für die Krone von Seeleuten und Soldaten mit sogenannten "Encomiendas", also Ländereien. Die "Encomiendas" werden zunächst für zwei Generationen vergeben und ab 1636 für drei Generationen. Dann fallen sie an die Krone zurück. Die Lehnsherren der "Encomiendas" leben meistens in Manila und lassen die Erträge ihrer Ländereien durch Mittelsmänner eintreiben. Die "Encomiendas" berechtigen zu folgenden Einkünften bzw. Dienstleistungen, die sonst dem König zustehen:

. . . . . . . . .- Polo: Frondienste. Die Fron für alle männlichen Filipinos zwischen 16 und 60 Jahren beträgt 40 Tage jährlich und ab 1884 "nur noch" 15 Tage. Die Angehörigen der einheimischen Oberschicht, die "Principalia", können sich mit Geld von den Frondiensten freikaufen.
. . . . . . . . .- Bandala: Abgabe pro Familie 1 Peso, ab 1851 1½ Pesos. Die Bandala wird 1884 durch die Cedula-Steuer (Kopfsteuer) ersetzt.

Bei der Eintreibung von Polo und Bandala von denen, die der "Principalia" angehören, sind die Bevölkerung der Willkür von Beamten, Mönchen und Mittelsmännern ausgesetzt. Das "Encomienda-System" besteht auf den Philippinen bis Anfang des 19. Jahrhunderts, also länger als in den lateinamerikanischen Kolonien Spaniens.

Es herrscht strikte Einheit von Kirche und Staat. Der römisch-katholische Glaube ist Staatsreligion. Außerhalb Manilas sind die lokalen Geistlichen die eigentlichen, spanischen Herrscher, denn sie vereinigen in sich folgende Positionen:

. . . . . . . . .- Ritual und Magie
. . . . . . . . .- Abnehmer der Beichten
. . . . . . . . .- Standesbeamter
. . . . . . . . .- Steuereintreiber
. . . . . . . . .- Aufseher über Erziehung
. . . . . . . . .- Aufseher über das Rechtswesen
. . . . . . . . .- Aufseher über lokale Wahlen

Dazu kommen noch die Machtfunktionen aufgrund des wirtschaftlichen Besitzes der Geistlichkeit bzw. der Mönchsorden, die sich auf die Bevölkerung in Frondienste, Abgaben und wirtschaftliche Abhängigkeit usw. auswirken.

Im 19. Jahrhundert nennen liberale Filipinos die Herrschaftsform der Philippinen wegen der herausgehobenen Stellung der Mönchsorden "Frailocracia" (Mönchokratie). Die Mönche hingegen bezeichnen ihre Kritiker als "Filibusteros" (Verräter).

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1565 - 1821

Spanische Kronkolonie unter dem Vizekönig von Mexiko



Die Philippinen unterstehen dem Vizekönig von Mexiko. Die rechtliche Grundlage der Verwaltung ist vor allem "Recopilación de Leyes de las Indias" (Gesetzessammlung für die Indios), bekannt als "Leyes de Indias" (Indianergesetze) . Die "Recopilación" wird auf Anordnung von Karl II. 1680 gedruckt und erlassen. Sie besteht in ihrer endgültigen Form aus 64 Gesetzesvorschriften in neun Büchern, die in "Titulos" (Artikel) unterteilt sind.

Der Verwaltungsaufbau ist hierarchisch in etwa folgendermaßen:

. . . . . . . . .- König von Spanien, beraten vom Rat für die indischen Besitzungen
. . . . . . . . .- Vizekönig von Mexiko
. . . . . . . . .- Generalgouverneur in Manila
. . . . . . . . .- Provinz- und Stadthauptmänner
. . . . . . . . .- Gobernadorcillos (Filipinos über die "Pueblos" bzw. Kleinstädte und Dörfer, die jährlich gewählt werden)
. . . . . . . . .- Cabezas de Barangay, Steuereintreiber auf der untersten Verwaltungsebene

Man darf sich die spanische Verwaltung aber nicht als zu zentralistisch vorstellen; denn anarchistische Kräfte auf allen Ebenen in der Politik, in der Verwaltung und in der Geistlichkeit üben oft recht unverhohlen Machtmissbrauch und Korruption aus.

In religiöser Beziehung stehen die Philippinen unter der Oberjurisdiktion Mexikos. Die 1536 in Mexiko etablierte "Heilige Inquisition" ist in Manila seit 1578 durch einen Kommisar repräsentiert. Alle Weißen, die der Häresie verdächtigt sind, werden in Maniìa verhaftet und nach Mexiko verschifft, wo sie der "Heiligen Inquisition" zugeführt werden. Filipinos und Chinesen unterliegen nicht der Inquisition. Bis 1595 (Errichtung der Erzdiözese Manila) untersteht der Bischof von Manila dem Erzbischof von Mexiko.

Aus Mexiko stammen viele der Heiligenstatuen auf den Philippinen, so zum Beispiel:

. . . . . . . . .- Unsere Jungfrau des Friedens und der guten Reise von Antipolo
. . . . . . . . .- Der Schwarze Nazarus von Quiapo
. . . . . . . . .- Unsere Jungfrau von Guadelupe in Pagsanjan (Laguna)

Umgekehrt stammen Schnitzereien in der Basilika von Guadaloupe und in der Kathedrale von Mexiko City von Filipino und chinesischen Bildhauern aus Manila.

Finanziell ist die Verwaltung der Philippinen von Subventionen (Real Situado) Mexikos abhängig. Jährlich werden die Philippinen je nach Bedarf, aber durchschnittlich mit 250.000 Pesos aus der Staatskasse Mexikos subventioniert.

Die engen Beziehungen zwischen den Philippinen und Mexiko zeigen sich auch in der Präsenz von Mexikanern auf den Philippinen. Die Mexikaner werden ebenso als Spanier bezeichnet wie die Spanier von der iberischen Halbilsel. So sind viele der als Spanier bezeichneten Missionare, Händler, Militärs und Beamte eigentlich Mexikaner. In Acapulco gibt es eine Filipino-Kolonie. Die Filipinos macht Palmwein in Mexiko zu einem beliebten Getränk.

Bevölkerungsentwicklung der Philippinen in mexikanisch-spanischer Zeit:

. . . . . . . . .1600. . . . . . . . .0,67 Mio.
. . . . . . . . .1735. . . . . . . . .0,84 Mio.
. . . . . . . . .1800. . . . . . . . .1,60 Mio.

Die Spanier und Mexikaner bilden eine verschwindend kleine Minderheit auf den Philippinen:

Anfang des 17. Jahrhunderts zählen sie ungefähr 2.000 Personen (davon waren ca. 400 Geistliche) und im 19. Jahrhundert sind es rund 4.000 Personen.

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1565

27. März: Miguel López de Legazpi beginnt mit der Eroberung der Philippinen. Beginn der spanischen Kolonialherrschaft. Die Philippinen werden dem Vizekönigreich Mexiko unterstellt.

April: Eroberung der Insel Cebu. Gründung der Stadt Cebu. Beginn der Missionstätigkeit der Augustiner.

4. Juni: Vertrag mit Rajah Tupas und anderen Fürsten Cebus. Die Fürsten von Cebu erkennen die Oberherrschaft und "Freundschaft" Spaniens an.

Felipe de Salcedo entdeckt die Seeroute von Cebu nach Acapulco, Mexiko.


1565 - 1570

Beginn des Galeonenhandels zwischen den Philippinen und Mexiko. (siehe: 1593 - 1813)


1567 - 69

Legazpi wird durch eine portugiesische Belagerung (seit September/Oktober 1567) und wiederholte feindliche Übergriffe der Einheimischen gezwungen, die erste spanische Siedlung von Cebu nach Panay zu verlegen.


1569

Der Augustinermissionar Martin de Rada schreibt an den Vizekönig von Mexiko über die Filipinos:

"Sie können leicht bekehrt werden und nehmen unseren Glauben schnell an... Die Furcht, die Gott ihnen gelehrt hat, ist großartig, denn egal wie groß der Ort ist, sobald ein Dutzend Spanier ihn betritt, so kommen die Eingeborenen sofort mit erhobenen Händen hervor und flehen um Frieden."


1570 - 71

Martin de Goiti besiegt mit Hilfe von ca. 600 Kriegern aus Panay den Herrscher von Manila (Maynilad), Rajah Sulayman (ca. 1540 - 1588) und nimmt am 19. Mai 1571 Manila für den spanischen König in Besitz.


1572

Miguel López de Legazpi macht Manila zum Verwaltungszentrum der Philippinen. In der Folgezeit leben die meisten weltlichen Spanier in Manila.


1575

China öffnet auf Bitten Spaniens den Hafen Amoy (Xiamen) für den Warenaustausch mit Manila.


1577

Die Franziskaner kommen auf die Philippinen.


1579

In geheimer englischer Mission versucht Sir Francis Drake (ca. 1540 - 1596) für Großbritannien auf den Inseln Südostasiens Fuß zu fassen.


1580

Philipp II. erobert Portugal, und somit ist Portugal kein Konkurrent mehr um die Herrschaft auf den Philippinen.

In Manila wird den Chinesen der eigene Stadtteil, Parian, zugewiesen. Bis zu 15.000 chinesische Händler leben in Parian. Um die chinesische Einwanderung zu drosseln, müssen Chinesen hohe Sonderabgaben zahlen:

. . . . . . . . .64 Reales für die Aufenthaltsbewilligung
. . . . . . . . . .5 Reales Steuern
. . . . . . . . .12 Reales für das Recht auf Hausbesitz

1590 schreibt Bischof Domingo de Salazar an den König über den Stadtteil Parian:

"...Parian bereichert die Stadt, so dass ich nicht umhin kann, Ihrer Majestät zu bestätigen, dass es keine andere mir bekannte Stadt in Spanien oder in diesen Regionen gibt, die etwas so wertvoll anzusehendes besitzt, denn es kann in ihr das ganze Treiben Chinas beobachtet werden ... Händler und Handwerker aller Branchen ... Ärzte und Apotheker ... Es gibt viele Speisehäuser, in denen die Sangleys (Chinesen) und Eingeborenen ihre Mahlzeiten einnehmen, und mir ist berichtet worden, sie werden sogar von Spaniern aufgesucht..."

Bevölkerungsentwicklung der Chinesen (vor allem in Manila):

. . . . . . . , . .1571. . . . . . . . . . . . 150
. . . . . . . . . .1588. . . . . . . . . .10.000
. . . . . . . . . .1603. . . . . . . . . .ó0.000
. . . . . . . . . .1748. . . . . . . . . .40.000
. . . . . . . . . .1886. . . . . . . . . .67.000
. . . . . . . . . .1896. . . . . . . . .100.000



1581

Die Jesuiten kommen auf die Philippinen.


1587

Die Dominikaner kommen auf die Philippinen.

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1593 - 1813

Monopolisierter Galeonenhandel



Philipp II. verbietet in einem Dekret von 1593 den direkten Handel zwischen China und Amerika. Als Verbindung wird nur die weitere Verschiffung über Manala zugelassen. Damit wird der Galeonenhandel monopolisiert. Chinesische Produkte, vor allem Seide, werden meistens von Chinesen nach Manila gebracht. Dort werden sie auf eine spanische Galeone verladen und nach Mexiko verschifft, wofür sie in Silber, das in China sehr begehrt ist, bezahlt werden. Um chinesische Waren in Amerika knapp zu halten, wird von den Spaniern Acapulco als einziger Bestimmungshafen in Mexiko geöffnet. Auch darf pro Jahr in jeder Richtung nur eine einzige Galeone segeln. Investitionen im Galeonenhandel sind äußerst profitabel; denn durchschnittlich beträgt der Gewinn um die 300% des investierten Kapitals.

Von Acapulco werden die Waren auf Eselkarawanen nach Mexico City, Puebla, Guadalajara, Vera Cruz und in andere Orte weiter befördert. Ein Teil der Güter wird sogar weiter nach Guatemala, Ecuador, Peru, Chile und Argentinien verschifft.

Haupthandelswaren des Galeonenhandels von Manila nach Acapulco:

. . . . . . . , .- Porzellan und Seide aus China
. . . . . . . . .- Teppiche aus Persien
. . . . . . . . .- Pärfum aus Arabien
. . . . . . . . .- Gewürze von den Molukken
. . . . . . . . .- Stoffe aus Indien
. . . . . . . . .- Perlen und Töpferware von den Philippinen

Haupthandelswaren des Galeolenhandels von Acapulco nach Manila:

. . , . . . . . .- die jährlichen Subventionen (real situado) für die Verwaltung
. . . . . . . . .- mexikanische Silberpesos als Zahlungsmittel für die einzukaufenden chinesischen Waren
. . . . . . . . .- Wolle aus Saltillo
. . . . . . . . .- Kakao aus Chiapas und Tabasco
. . . . . . . . .- Purpur aus Oaxaca

Am Galeonenhandel hat der Klerus durch die "frommen" Stiftungen (z. B. durch die "Obras Pias" (Frommer Handel), einen direkten Anteil. Die "Obras Pias" sind "fromme" Stiftungun, die ihr Geld im Handel investierten und den Gewinn für mehr oder weniger karitative Zwecke verwenden. Die fromme Stiftung "Santa Misericordia" (Heiliges Mitleid) zieht aus dem Galeonenhandel jährlich ca. 70.000 Pesos Gewinn. Die "Obras Pias" sind auch die ersten Vorläufer der heutigen Banken auf den Philippinen, und sie vergeben Kredite an Händler zu verschieden hohen Zinssätzen.

In den philippilischen Gewässern ist Manila der einzige "internationale" Hafen. Aber auch diesen dürfen nur chinesische, spanische und mexikanische Schiffe anlaufen.

Das Handelsmonopol des Galeonenhandels wird 1813 offiziell aufgehoben.

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1589

9. August: Auf Antrag des Bischofs von Manila, Domingo Salazar, sowie der Ordensoberen befiehlt Philipp II. die Freilassung aller Sklaven und verbot die Sklaverei.


1591

18. April: Papst Gregor XIV. (Papst 1590 - 1591) droht allen mit Exkommunikation, die ihre Sklaven nicht freilassen wollen.


1595

Manila wird offiziell zur Hauptstadt der Philippinen erklärt.


1601

November: Die Igorots von Nordluzon rebellieren und widersetzen sich der Christianisierung. Der Augustiner Esteban Marin versucht sie zu überreden, sich Spanien und dem Katholizismus zu unterwerfen. Statt gute Katholiken zu werden, töten die Igorots den Priester. Die Spanier schlagen die Rebellen daraufhin vernichtend.


1603

Ein Umsturzversuch der Chinesen wird niedergeschlagen. Ca. 23.000 Chinesen werden bei den Auseinandersetzungen und anschließenden Rachefeldzügen der Spanier getötet.


1606

Die Rekollekten (Mönchsorden, welche die Regeln ihrer Orden sehr streng auslegen; Gründung dieser fanatisch religiösen Mönchsbewegung 1588) kommen auf die Philippinen.


1611

28. April: Gründung der Santo Tomas Universität in Manila durch die Dominikaner. Zunächst ist es ein reines Priesterseminar, 1616 wird es zum Colegio de Santo Tomas de Nuestra Señora del Rosario. 1645 erhebt es der Papst zur Universität. 1785 erhält diese vom spanischen König den Titel "Real" (königlich).


1617

13. April: In der Schlacht von Playa Honda zerstören die Spanier drei holländische Schiffe. Diese Seeschlacht ist eine von mehreren niederländischen Angriffen auf die Philippinen zu Beginn des 17. Jahrhunderts.


1621 - 1622

Auf Bohol ruft ein Priester der einheimischen Religion namens Tamblot die Filipinos zur Rückkehr zur alten Religion auf. Die Zeit sei gekommen, dass sich die Filipinos von der Unterdrückung der Spanier befreien können, da ihnen ihre Vorfahren und Götter beistehen. Darauf beginnen ca. 2.000 Boholanos einen Aufstand, der am Neujahrstag 1622 brutal niedergeschlagen wird.


1646

Die Spanier besiegen die niederländische Flotte bei der Insel Corregidor vor der Bucht von Manila. Der Sieg wird Maria, der Rosenkranzkönigin, zugeschrieben. Darum wird ihre Statue in Quezon City bis heute am zweiten Sonntag im Oktober mit einer großen Fiesta geehrt.


1662

Die Niederlande erobern die Molukken. Ab der Zeit werden spanische Schiffe merklich weniger durch niederländische Schiffe bedroht und angegriffen.


1744 - 1829

Aufstand auf der Insel Bohol. Anlass: Der Jesuit Gaspar Morales will einen Mann wegen Abfalls vom Christentum ins Gefängnis werfen lassen. Dieser widersetzt sich und tötet dabei einen einheimischen Polizisten und wird dann unmittelbar danach selbst getötet. Der Jesuit verweigert daraufhin eine christliche Beerdigung. Der Bruder des Getöteten, Francisco Dagohoy, schwört Rache und 20.000 Männer schließen sich dem Aufstand an und errichten in den Bergen einen Rebellenstaat. Erst im August 1829 kann spanisches Militär die Widerstandsbewegung Bohols endgültig niederschlagen.


1745 - 1746

Verschiedene Bauernrevolten in der Umgebung von Manila wegen der gewaltsamer Aneignungen von Ländereien durch die Mönchsorden. Der Generalgouverneur enteignet daraufhin zunächst die Orden, unterliegt dann aber in einem Rechtstreit mit ihnen, und die Orden dürfen "ihr Land" behalten.


1753

Der Jesuit José Calvo empfiehlt der spanischen Krone den direkten Handel zwischen Spanien und den Philippinen aufzunehmen.

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1762 - 1764

Besetzung durch die britische East India Company



Als Folge des Siebenjährigen Krieges (1756 - 1763) zwischen Spanien und England erobert die britische East India Company mit Sitz in Madras (Indien) Manila am 5. Oktober 1762 und besetzt es. Aufgrund des Friedensvertrages von Paris vom 10. Februar 1763 muss Großbritannien die Philippinen wieder an Spanien zurückgeben. Bis diese Nachricht Manila erreicht, vergehen natürlich einige Wochen und Monate. So können die Spanier Manila erst am 31. Mai 1763 wieder in ihren Besitz nehmen.

Diego Silang (1730 - 1763) führt vom Dezember 1762 bis zum Mai 1763 einen Aufstand gegen die Spanier außerhalb Manilas an. Er fordert die Abschaffung der Steuern und der Fronarbeit. Die Briten sehen in ihm einen willkommenen Verbündeten. Silang wird 1763 von einem prospanischen Mestizen ermordet.

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1766

König Karl III. (1716 - 88, spanischer König 1759 - 1788) ordnet die Öffnung des direkten Handels zwischen Spanien und den Philippinen an. Bis 1784 fährt jährlich eine Fregatte von Cadiz nach Manila und zurück. Dann scheitert der Direkthandel am Widerstand der Händler aus Manila, die um ihre stattlichen Gewinne aus dem Galeonenhandel mit Mexico besorgt sind.


1778 - 1787

Generalgouverneur José Basco versucht, die Philippinen ökonomisch zu "entwickeln". Die Naturschätze sollen genutzt werden, um so die Philippinen ökonomisch von Mexiko unabhängig zu machen. Er versucht durch Rundschreiben, bessere landwirtschaftliche Methoden, insbesondere zur Produktion von Baumwolle, Seide, Zucker u. ä. einzuführen. Er lässt in Camarines 4 Mio. Maulbeerbäume anpflanzen, um die Seidenmanufaktur voranzutreiben.


1781 - 1882

Staatliches Tabakmonopol: Auf weiten Teilen Luzons müssen die Kleinbauern Tabak anpflanzen und der Regierung zu fest vereinbarten Preisen verkaufen. Dieses System begünstigt besonders die Korruption, den Schwarzhandel und den Schmuggel von Tabakerzeugnissen.

Um an zusätzliche Einnahmen zu kommen, schafft die Regierung neben dem Tabakmonopol weitere Monopole, z. B. auf Wein (1786), Schießpulver, Hahnenkämpfe und Spielkarten.


1781

6. Mai: Generalgouverneur José Basco gründet die "Sociedad Economico de los Amigos del Pais" (Wirtschaftsgesellschaft der Freunde des Landes), eine wohltätige Gesellschaft im Sinne der Aufklärung. Die Gesellschaft dient der Förderung der Landwirtschaft und des Handwerks auf den Philippinen. Einige der Projekte der Gesellschaft sind:

. . . . . . . . .1784. . . . . . . . .- erstmals Export von Indigo nach Europa
. . . . . . . . .1824. . . . . . . . .- Import von Vögeln aus China zur Bekämpfung der Heuschreckenplage
. . . . . . . . .1825. . . . . . . . .- Stipendien an acht Filipinos, damit sie in Manila das Färberhandwerk erlernten
. . . . . . . . .1829. . . . . . . . .- Import von Reisschälmaschinen aus Cadiz, Spanien
. . . . . . . . .1837. . . . . . . . .- 1.000 Pesos als Preis an einen französischen Pflanzer wegen des Anbaus von gutem Kaffee in Jala-Jala
. . . . . . . . .1853. . . . . . . . .- 2.000 Pesos als Preis an einen Filipino für die Erfindung einer Maschine zur Reinigung von Hanffasern
. . . . . . . . .1861. . . . . . . . .- Gründung der ersten landwirtschaftlichen Schule in Manila

Propagierung des Anbaus von Tee, Baumwolle, Schlafmohn, Maulbeerbäumen
Import von landwirtschaftlichen Geräten, Baumwolle, Saatgut und Spinnmaschinen aus den USA


1784

20. März: Generalgouverneur José Basco erlässt ein Dekret, nach dem Land, Wasserbüffel und landwirtschaftliches Gerät nicht gepfändet werden und dass Bauern während der Saat- und Erntezeit nicht inhaftiert werden dürfen.


1785

10. März: Gründung der "Real Compania de Filipinas" (Königliche Kompagnie der Philippinen) durch königliches Edikt. Die Ziele der Gesellschaft sind:

. . . . . . . . .- Direkthandel zwischen Spanien und Asien, insbesondere der direkte Handel der Philippinen mit dem Mutterland
. . . . . . . . .- Verbesserung der Arbeitsmethoden von Landwirtschaft und Handwerk auf den Philippinen

Trotz verschiedener königlicher Privilegien und einer großzügigen Kapitalversorgung durch den König ist die Gesellschaft nicht sehr erfolgreich und geht 1834 mit der Öffnung Manilas als Freihafen endgültig in den Konkurs.


1786

Einführung des spanisches Weinmonopols. Es führt 1807 zum "Basi-Aufstand" in Piddig. (siehe: 1807)


1789 - 1791

Aufgrund eines Erlasses von König Karl IV. (1748 - 1819, span. König 1788 - 1808) wird der Hafen von Manila vorübergehend für Schiffe aus ganz Europa geöffnet.


1790

23. Januar: Generalgouverneur Berunguer de Marquina unterbreitet der spanischen Krone einen Plan zur Reform der Verwaltung der Philippinen. Seine Vorschlägt lauten wie folgt:

. . . . .- Umwandlung der Philippinen in ein Vizekönigtum wie Mexiko
. . . . .- Förderung der chinesischen Einwanderung
. . . . .- Aufhebung der Monopole auf Spielkarten, Schießpulver, Wein
. . . . .- Entsendung von Bauernfamilien aus Katalonien, Galizien und Valenzia auf die Philippinen, um den
. . . . . . Filipinos effektivere Methoden in der Landwirtschaft zu lehren
. . . . .- höhere Besoldung niederer Beamter, dafür Aufhebung ihrer Handelsprivilegien
. . . . .- Errichtung einer Münzanstalt, um den Abfluss von Gold von den Philippinen zu stoppen
. . . . .- Öffnung Manilas für den Handel mit aller Welt

1796

Erster Zuckerexport nach den Vereinigten Staaten von Amerika.


1800

2. Februar: Ein königliches Dekret wird erlassen, dass es, abgesehen von Spaniern, Ausländern verboten ist, sich auf den Philippinen niederzulassen. Dieses Dekret wird 1807 und 1816 nochmals wiederholt.


1807

16. September: Basi-Aufstand der Bewohner von Piddig (Ilocos del Norte) wegen des staatlichen Weinmonopols. Die Bewohner von Piddig sind überwiegend Produzenten von "Basi", einem einheimischen, alkoholischen Gebräu. Am 28. Dezember wird die Revolte niedergeschlagen.


1810 - 1821

Mexikanischer Unabhängigkeitskampf. Der Kampf wird zum Teil mit für die Philippinen bestimmtem Silber finanziert, welches auf dem Weg von Mexico City nach Acapulco geraubt ist.


1812 - 1814

19. März 1812: Die liberale, spanische Verfassung von Cadiz tritt in Kraft. Sie fordert - "verfasst von freien Menschen, um Menschen zu befreien" - die Verwirklichung von Menschenrechten für alle Menschen im spanischen Herrschaftsbereich. Am 4. Mai 1814 hebt Ferdinand VII. (1784 - 1833, span. König 1808 - 1833) diese Verfassung wieder auf.


1813

Ende des Galeonenhandels. Allmähliche Öffnung Manilas für nichtspanische, europäische Händler.


1814

1. Februar: Der Ausbruch des Mayon Vulkans fordert ca. 12.000 Tote und Verletzte.


1815

3. März: Aufstand von 1.500 Ilocanos aus Sarrat (Ilocos del Norte) unter Simon Tomas gegen die Aufhebung der liberalen spanischen Verfassung von 1812. Die Revolte breitet sich schnell im Norden Luzons aus, sie wird aber bereits am 6. März niedergeschlagen.


1820

September: Eine Choleraepidemie breitet sich von manila auf die Nachbarstädte aus und Tausende Menschen sterben. Die Spanier lassen das Gerücht verbreiten, ausländische Elemente hätten das Wasser der Flüsse in und um Manila vergiftet, um die einheimische Bevölkerung auszurotten.

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1821 - 1898

Spanische Kolonie unter direkter Verwaltung Madrids



Wirtschaftlicher Aufstieg der Mestizos, spanisch-philippinischer bzw. chinesisch-philippinischer Mischlinge. Die spanisch-philippinischen Mischlinge sind häufig die Nachkommen von Mönchen und Geistlichen. Mestizos erkennen die Bedeutung der Landwirtschaft, besonders die von Zucker, Manilahanf und Kaffee, später auch die von Reis, Indigo, Kopra. Sie eignen sich deswegen nach Möglichkeit große Ländereien an. Da ihnen die Mönche mit ihrem Landbesitz im Wege stehen, sind sie gegen die Mönche eingestellt, aber trotzdem bleiben sie der katholischen Kirche treu. Die bis heute herrschenden Familien-Clans bilden sich vornehmlich aus Nachkommen der Mestizen heraus. Sie sehen sich als die echten, wahren Filipinos und blicken in ihrer Mehrheit auf die Majorität der philippinischen Bevölkerung geringschätzig von oben herab.

"Diese aufstrebende Gesellschaftsschicht nennt sich Filipino in einem exklusiven Sinn, der sich am städtischen Leben Manilas orientiert, in materiellem Reichtum wurzelt und sich gegen die Mönchsherrschaft auflehnt, aber weder das Christentum noch die Kirche als Institution in Frage stellt. In ihre Vorstellung vom Filipino beziehen die Mestizos die Landsleute der zahlreichen Volksgruppen nicht mit ein."

Die politische Instabilität Spaniens zeigt sich auch in der Kolonialverwaltung:

- Spanien "verschleißt" in den 28 Jahren von 1834 bis 1862 vier Verfassungen, 28 Parlamente und 529 Minister.
- Die Philippinen werden in den 44 Jahren von 1835 bis 1879 von fünfzig Generalgouverneure regiert und verwaltet, und allein vom Dezember 1853 bis November 1854 sind es sogar vier Generalgouverneure. Die durchschnittìiche Regierungsdauer der Generalgouverneure beträgt ein Jahr und drei Monate.
- Von 1810 bis 1813, von 1820 bis 1823 und von 1834 bis 1837 sind die Philippinen in der spanischen Cortez (Parlament) vertreten. Aber ab 1837 werden die Philippinen wieder nur noch per Sondergesetze regiert und verwaltet.

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Bevölkerungsentwicklung 1829 bis 1896:

. . . . . . . . .1809. . . . . . . . .2,1 Mio.
. . . . . . . . .1850. . . . . . . . .3,9 Mio.
. . . . . . . . .1870. . . . . . . . .4,7 Mio.
. . . . . . . . .1877. . . . . . . . .5,6 Mio.
. . . . . . . , .1885. . . . . . . . .5,8 Mio.
. . . . . . .`. .1896. . . . . . . . .6,3 Mio.

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Entwicklung des Außenhandels 1841 bis 1894 (in Mio. Pesos)

. . . . . . . . .Jahr. . . . . . . . .Export. . . . . . . . .Import. . . . . . . . .Handelsvolumen. . . . . . . . .Handelsbilanz
. . . . . . . . 1841. . . . . . . . . . 4,4. . . . . . . . . . . 3,1. . . . . . . . . . . . . .7,5. . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,3
. . . . . . . . 1851. . . . . . . . . . 4,2. . . . . . . . . . . 4,0. . . . . . . . . . . . . .8,2. . . . . .`. . . . . . . . . . . . 0,2
. . . . . . . . 1861. . . . . . . . . . 8,1. . . . . . . . . . 10,8. . . . . . . . .. . . . 18,9. . . . . . . . . . . . . . . . . .-2,7
. . . . . . . . 1870. . . . . . . . . 28,0. . . . . . . . . . 25,3. . . . . . . . . . . . .53,3. . . . . . . . . . . . . . . . . . 2,7
. . . . . . . . 1880. . . . . . . . . 23,5. . . . . . . . . . 25,5. . . . . . . . . . . . .48,0. . . . . . . . . . . . . . . . . .-2,0
. . . . . . . . 1890. . . . . . . . . 25,2. . . . . . . . . . 19,3. . . . . . . . . . . . .44,5. . . . . . . . . . . . . . . . . . 5,9
. . . . . . . . 1894. . . . . . . . . 33,1. . . . . . . . . . 28,6. . . . . . . . . . . . .61,5. . . . . . . . . . . . . . . . . . 4,5

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Entwicklung des Grundschulwesens 1867 bis 1898:

. . , . . . . . . . . . . . . . . . . .Grundschulen. . . . . . . . . . . Schüler
. . . . . . . . 1867. . . . . . . . . . . . 593. . . . . . . . .`. . . .177.100
. . . . . . . . 1877. . . . . . . . . . .1.608. . . . . . . . .`. . . .134.000
. . . . . . . . 1898. . . . . . . . . . .2.150. . . . . . . . .über 200.000

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1821

Mexiko erkämpft sich die Unabhängigkeit von Spanien. Die Philippinen werden direkt Madrid unterstellt. Bisher sind die Philippinen von Mexiko aus verwaltet worden.


1824

Der Augustinerpater Diego Cera beendet die 1816 begonnene Arbeit an der Bambus-Orgel von Las Piñas. 900 der 1.000 Orgelpfeifen bestehen aus Bambus. (1973 bis 1975 wurde diese berühmte Orgel in Deutschland vom Orgelbauer Hans G. Klais restauriert.)


1834

6. September: Durch ein königliches Dekret wird Manila zum internationalen Hafen erklärt, den Schiffe aller Nationen anlaufen dürfen. Dieses führt in der Folgezeit zur Ansiedlung ausländischer Konsulate und ausländischer Firmen.

Durch die Öffnung des Hafens für den Welthandel wird die Produktion landwirtschaftlicher Güter für den Export interessant. Auf dem Weltmarkt werden folgende philippinischen Produkte nachgefragt:

. . . . . . . . .- Hanf
. . . . . . . . .- Tabak
. . . . . . . . .- Zucker
. . . . . . . . .- Kopra
. . . . . . . . .- Reis (Export nach China über den Hafen von Suan)


1838

Die Regierung errichtet experimentelle Landwirtschaftsbetriebe zur Erprobung von neuen Pflanzensorten, Viehzucht und neuen landwirtschaftlichen Methoden.


1840 - 1842

Aufstand der religiösen Bruderschaft von Apolinario de la Cruz (Hermano Pule) (1815 - 1841). Hermano Pule will einem der spanischen Orden beitreten, wird aber wegen seiner philippinischen Abstammung abgewiesen. Daraufhin gründet er im Juni 1840 selbst eine Bruderschaft, die Cofradia de San José, die keine Spanier, Mestizen oder Chinesen aufnimmt. Die spanischen Kirchenfürsten verbieten deswegen die Bruderschaft. Dieses macht die Bruderschaft populär und macht sie zur Sekte. Die Angehörigen der Sekte halten sich für unverwundbar und treten schlecht bewaffnet, aber mit Amuletten geschmückt, dem spanischen Heer entgegen. Sie werden gnadenlos vernichtet. In der Folge werden Hunderte von Filipinos als Sympathisanten hingerichtet. Apolinario de la Cruz verteidigt sich vor seiner Hinrichtung, ihm sei es nur um das gegangen, was ihm die spanischen Mönche gelehrt hatten: "Vor Gott sind alle Menschen gleich."


1841

1. November: Das Lager der "Confradia" (Bruderschaft) wird von den Spaniern angegriffen und die Mitglieder der Bruderschaft grausam niedergemetzelt.

5. November: Bruder Apolinario, der Gründer und Führer der "Confradia" (Bruderschaft) wird hingerichtet.


1842

Die Madrider Regierung entsendet den Ökonomen und Diplomaten Sinibaldo de Mas nach Manila, damit er die Kolonie ökonomisch und politisch untersuchen kann. Sein Bericht "Informe sobre el estado de las Islas Filipinas en 1842" (Bericht über den Staat der philippinischen Inseln in 1842) erscheint 1843 in 3 Bänden in Madrid. Die wichtigsten Empfehlungen von de Mas sind:

. . . . . . . . .- Öffnung weiterer philippinischer Häfen für den Welthandel
. . . . . . . . .- Förderung der chinesischen Einwanderung zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion
. . . . . . . . .- Aufhebung des Tabakmonopols


1848

Die ersten Dampfschiffe machen im Hafen von Manila fest.


1849

21. November: Generalgouverneur Narciso Claveria y Zaldua erlässt ein Dekret, das für alle Filipinos Familiennamen zur Pflicht macht. Zu diesem Zweck wird an alle Provinzgouverneure eine alphabetische Liste spanischer Namen verteilt. Die Provinzgouverneure senden an die Gemeindepfarrer je einen Ausschnitt aus dieser Liste. Die älteste Person jeder Familie muss dann aus dieser Unterliste für die ganze Familie einen Namen für seine Familie aussuchen. Da durch dieses System Orte nur Namen bekommen, die mit einem bestimmten Buchstaben beginnen, kann man aus vielen Namen die lokale Herkunft erkennen. Die Liste, auf die alle Filipino-Familiennamen zurückgehen, ist als "Claveria Liste" bekannt. Der Sinn des Dekretes ist eine Vereinfachung der Verwaltung, die Verbesserung der Steuereinnahmen und eine Volkszählung.

9. Januar: Die britische Fregatte "Menander" landet in Zamboanga City mit Sir James Brook, dem Radscha von Sarawak, an Bord. Nach einigen Wochen Aufenthalt in Zamboanga segelt er mit einem anderen britischen Schiff zur Insel Jolo.

29 Mai: Brook schließt einen Vertrag mit dem Sultan von Jolo. Der Sultan erkennt ein britisches Protektorat an und heißt die Briten willkommen, um mit der Insel Handel zu treiben. Doch wird der "Brook Vertrag" von den spanischen Regierungstellen in Manila nicht anerkannt, da er die spanische Souveränität über die Sulu Inseln gefährdet.


1851

1. August: "El Banco Español - Filipino de Isabela II." (Die Spanisch-Philippinische Bank Isabel II.) wird von der "Junta de Autoridades" (Regierungskommission) der spanischen Regierung gegründet. Das Eröffnungskapital stammt von der Obras Pias, einer der frommen Stiftungen. Es ist die erste Bank auf den Philippinen, 1912 wird sie in "Bank of the Philippine Islands" (Bank der Philippinischen Inseln) umbenannt.


1852

Einführung eines eigenen philippinischen Papiergeldes.


1858 - 1863

Spanien schickt zur Unterstützung der Franzosen bei der Eroberung Vietnams 1.500 Filipino-Soldaten nach Indochina.


1854

Einrichtung einer monatlichen Postverbindung zwischen Manila und Hongkong.


1856

In Manila haben sich 13 ausländische Handelsunternehmen niedergelassen: zwei amerikanische, sieben britische, zwei schweizerische, ein deutsches und ein französisches.


1858

Vom 15. - 25.Juni besucht die östereichische Fregatte "Novara" Manila.


1861

19. März: Gründung der Casa Moneda de Manila (Münzanstalt von Manila), der ersten Münzprägeanstalt der Philippinen. Die ersten Münzen mit der Aufschrift "Filipinas" werden geprägt.


1863

Die "Escuela Normal des Maestros", eine Lehrerbildungsanstalt, wird in Manila eröffnet.


1868

Revolution in Spanien: Absetzung von Isabela II. (1830 - 1904, span. Königin 1833 - 1868). In Folge der Revolution werden liberal gesinnte Kolonialbeamte auf die Philippinen entsandt.


1869 - 1871

23. Juni 1869: General Carlos Maria de la Torre tritt das Amt des Generalgouverneurs an. Er bringt bei offiziellen Empfängen häufig öffentlich einen Toast auf die Freiheit der Philippinen aus, hebt die Pressezensur auf, erkennt die Redefreiheit an, schafft die Prügelstrafe ab, und es gelingt ihm, Landaufstände in Cavite friedlich und ohne Waffengewalt zu beenden. De la Torre wird am 4. April 1871 von dem reaktionären Rafael de Izquierdo (Generalgouverneur 1871 - 1873) abgelöst. De Izquierdo brüstet sich damit, dass er auf die Philippinen "mit einem Kruzifix in der einen Hand und einem Schwert in der anderen" gekommen ist.


1869

17. November: Eröffnung des Suezkanals. Die Wirkungen der durch den Suezkanal erleichterten Kommunikation mit dem Westen fasst der spanische Generalgouverneur Blanco so zusammen:

"Durch den Suezkanal kam eine Welle von Freiheit und Fortschritt auf die Philippinen, die wir vergeblich aufzuhalten versucht hatten, statt sie in die richtigen Kanäle geleitet zu haben."

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1872 - 1896

Propaganda Movement



Mit der Bezeichnung "Propaganda Movement" (Propagandabewegung) wird die Bewegung für liberale Reformen auf friedlichem, gewaltlosem Weg bezeichnet, deren geistige Führer José Rizal (1861 -1896), Marcelo H. del Pilar (1850 - 1896) und Graciano Lopez Jaena sind. Die Grundforderungen dieser Bewegung lauten:

. . . . . . . . .- rechtliche Gleichstellung der Filipinos mit den Spaniern
. . . . . . . . .- Umwandlung der Philippinen in eine reguläre Provinz Spaniens
. . . . . . . . .- Wiederherstellung der philippinischen Vertretung in der Cortez (span. Parlament)
. . . . . . . . .- Philippinisierung der philippinischen Pfarreien und Ausweisung der Orden
. . . . . . . . .- Menschenrechte für Filipinos, d. h. Redefreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit, Petitionsrecht

Bedeutungsvoll für das "Propaganda Movement" ist die Freimaurerbewegung. Viele der Mitglieder dieser Bewegung sind oder werden Freimaurer und versuchen so, internationale Aufmerksamkeit zu erregen und Unterstützung zu erhalten.

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1872

Revolte von Cavite: Am 20. Januar 1872 treten die Soldaten und einige Arbeiter der Garnison Cavite wegen ungerechter Behandlung in den Streik. Schon binnen 2 Tagen wird der Streik niedergeschlagen. Man beschuldigt die Mestizen Pater José Burgos (1834 - 1872), Mariano Gomez (1799 - 1872) und Jacinto Zamora (1835 - 1872), führende Hintermänner dieses Aufstandes zu sein. Diese, liebevoll "Gom-Bur-Za" genannt, werden verhaftet, abgeurteilt und am 17. Februar 1872 in Manila öffentlich hingerichtet. Der Erzbischof von Manila, Gregorio Meliton Martinez, weigert sich, die Priester vor ihrer Hinrichtung auf Wunsch des Generalgouverneurs zu laisieren (in den Laienstand zurückzuführen).

"Wenn es ein Datum gibt, an dem wir den Beginn eines nationalen Bewusstseins festmachen können, dann war es der Morgen des 17. Februar, als das Volk, d. h. Leute vom Land, Stadtbewohner, Intellektuelle, Mischlinge, Eingeborene, spontan im Luneta-Park zusammenkamen. Die Leute machten aus dem, was eine Warnung sein sollte, ein Ereignis, eine Feier des Triumphes, so unheilvoll, dass die Spanier sich entsetzt hinter die Mauern von Intramuros flüchteten. Es war bereits eine Nation, welche die drei Priester als 'unsere Eltern' begrüßte, und die Leute, die solche Worte wählten, mussten wissen, was sie damit proklamierten."

José Burgos (1837 - 1872), ein spanischer Mestizo, gehört zu den Wortführern, die sich für die Gleichstellung einheimischer Priester mit den spanischen Priestern einsetzen und die Mönche kritisieren. Der Streit geht vor allem um einträgliche Pfründe.


1873

12. Februar 1873: Ausrufung der ersten spanischen Republik. Das Ende diser Republik kommt bereits am 1. Dezember 1874.

April: Eröffnung der ersten britischen Bank, der "Chartered Bank of India, Australia, and China" in Manila.


1874

Der Liniendienst mit Dampfschiffen zwischen Manila und Spanien wird aufgenommen.

Erste Telegraphenlinie auf den Philippinen.


1877

26. März: Ein Vertrag zwischen Spanien und Deutschland und Großbritannien tritt in Kraft, der deutschen und britischen Schiffen den freien Handel mit den Sulu Inseln gestattet, Doch hatten diese Schiffe zunächst den von den Spaniern gehaltenen Hafen Zamboanga anzulaufen.


1878

22. April: Leon Monssour erhält eine Regierungslizenz zum Betrieb einer Pferdebahn. Diese Schienenwagen aus Stahl und Holz werden von nur einem Pferd gezogen und können 12 Fahrgäste aufnehmen.


1879

20. Dezember: Generalgouverneur Moriones eröffnet die erste Hebammenschule in Manila.


1880

Erstes Unterwasserkabelverbindung über See nach Manila.


1882

3. August: Gründung der "Monte de Piedad" (Berg der Frömmigkeit) durch den Franziskaner Felix de Huerta. Diese Institution ist ursprünglich eine Bank für die "Obras Pias", die frommen Stiftungen unter der Verwaltung der Mönchsorden. Die Bank existiert noch heute.


1884

6. März: Steuerreformdekret:

. . . . . . . . . .- Reduktion des Polo, der Frondienste von 40 Tagen auf 15 Tage.
. . . . . . . . . .- Abschaffung des "Bandala": (Abgaben: pro Familie 1 Peso, ab 1851 1½ Pesos).
. . . . . . . . . . . Ersatz durch die "Cedula"-Steuer (Kopfsteuer). Die "Cedula" ist nach dem Einkommen gestaffelt,
. . . . . . . . . . . Arme müssen nichts zahlen, Reiche dagegen bis zu 37,5 Pesos pro Jahr.


1885

Bustamante, Miguel Lucio: "Si tandang basio macunat." - Ein in Tagalog verfasstes, rassistisches Pamphlet, in dem der Autor die Filipinos als von niedriger Gesinnung beschreibt, die unfähig zur Bildung sind und gerade dazu taugen, sich um Wasserbüffel zu kümmern und Felder zu beackern.


1887

Erste Ausgabe der Zeitung "La Opinion" (Die Meinung). "La Opinion" kritisiert die Mönchsorden und fordert ihre Vertreibung von den Philippinen.


1888

1. März: Hunderte von Filipinos demonstrieren in Manila unter der Führung von Doroteo Cortes gegen die Mönchsherrschaft, die für Unterdrückung, Intoleranz und Fanatismus stehen. Sie überreichen dem Gouverneur von Manila ein Anti-Mönchs-Manifest. Es beginnt mit den Worten:

. . . . . . . . ."Lang lebe die Königin!
. . . . . . . . . Lang lebe die Armee!
. . . . . . . . . Nieder mit den Mönchen!"


Das Manifest macht dem Erzbischof Pedro Payo und den Mönchen u. a. folgende Vorwürfe:

. . . . . . . . .- Einmischung in die Freiheitsbewegung
. . . . . . . . .- Selbstbereicherung im Gegensatz zum Armutsgelübde
. . . . . . . . .- Verweigerung des Unterrichts der spanischen Sprache an die Filipinos
. . . . . . . . .- Halten der Filipinos im Obskurantismus

Es fordert die Ausweisung aller Mönchsorden aus den Philippinen.

Die Mönche rächen sich dadurch an die Unterzeichner des Manifests, indem sie diese durch die "Guardia Civil" (spanische Miliz) festnehmen lassen. 1889 amnestiert die spanische Regentin die Unterzeichner des Aufrufs.


1889

12. Januar: Miguel Morayta gründet in Madrid die "Asociación Hispano-Filipino" Spanisch-Filipino Gesellschaft). Ihre Mitglieder sind Spanier, die zuvor als Händler oder Beamte auf den Philippinen tätig gewesen sind. Ziel der Gesellschaft sind Reformen auf den Philippinen, u. a. Vertretung der Inseln in der "Cortes" (spanisches Parlament) und grundlegende Reformen im Schulwesen.

15. Februar: Die erste Ausgabe der Zeitschrift "La Solidaridad" (Die Solidarität) erscheint in Barcelona, die Zeitschrift der liberal-nationalistischen Filipinos in Spanien vom Propaganda Movement. Letzte Ausgabe: November 1895. Herausgeber: Marcelo H. del Pilar (1850 - 1896). In der Erstausgabe nennt Graciano Lopez Jaena die Ziele der Zeitschrift wie folgt:

. . . . . . . . .- die bedauerlichen Zustände auf den Philippinen darzustellen
. . . . . . . . .- friedlich für politische und soziale Reformen zu wirken
. . . . . . . . .- die bösen Kräfte des Mittelaltertums und der Reaktion zu bekämpfen
. . . . . . . . .- liberale Ideen und Fortschritt zu vertreten
. . . . . . . . .- für die legitimen Ansprüche der Filipinos auf Demokratie und Glück zu kämpfen

Der spanische Strafrechtskodex tritt auf den Philippinen in Kraft und bleibt auch noch unter amerikanischer Herrschaft auf den Philippinen (1998 - 1946) bis zum Jahr 1931 gültig.


1890

In Manila wird begonnen, ein Telefonnetz aufzubauen.

Generalgouverneur Valeriano Weyler lässt in La Carlota, Negros Occidental den Modellandwirtschaftsbetrieb "La Granja" (der Bauernhof) errichten. Unter dem Management des Bodenkundlers José Sanchez werden in diesem Betrieb die ersten wissenschaftlichen, landwirtschaftlichen Versuche auf den Philippinen durchgeführt.


1891

Die erste Filipino-Freimaurerloge in Manila wird gegründet. 1892 wird sie von der "Grande Oriente Español" (Großer Osten Spaniens) anerkannt.


1892

3. Juli: Gründung der La Liga Filipina durch José Rizal (1861 - 1896).

José Mercado y Alonso (später: José Rizal) wurde am 19. Juni 1861 in Calamba (Luzon) geboren. Sein Vater, aus chinesischer Abstammung, war ein wohlhabender Kaufmann. Seine Mutter stammte aus der philippinischen Oberschicht. Er ging in Manila bei den Jesuiten in die Schule. Da sein älterer Bruder, Paciano (1851 - 1930) sich als politisch Aufrührer vor der Obrigkeit verbergen musste, riet er seinem jüngeren Bruder, den Namen Mercado abzulegen, um sich bei der Polizei nicht unnötig verdächtig zu machen. Der damals zehnjährige Jóse nannte sich fortan José Rizal. Er studierte zunächst von 1877 bis 1882 in Manila und ging dann zum weiteren Studium der Philosophie und Medizin nach Madrid. Nach seinem Doktorat (1885) studierte er weiter u. a. in Paris, Heidelberg, London und Berlin. Während dieser Zeit übersetzte er auch Schillers Wilhelm Tell, das große deutsche Befreiungsschauspiel, ins Tagalog. 1887 veröffentlichte er in Berlin seinen Roman "Noli me Tangere" (Rühr mich nicht an) in einer Auflage von 2.000 Exemplaren. Darin legte er die Machtgier der katholischen Kirche auf den Philippinen offen, die Heuchelei der Ordensgeistlichen und die Unmenschlichkeit der Militärs. Die spanische Zensur verbot das Buch, es tat aber auf geheimen Wegen seine Wirkung. Ein weiteres Buch und viele seiner Aufsätze, die zum Aufstand gegen die Spanier aufriefen, wurden auf den Philippinen heimlich verbreitet.

Kurz nach der Veröffentlichung von "Noli me Tangere" reiste Rizal nach Österreich. Dort begegnete er Ferdinand Blumentritt (1853 - 1913), der k. u. k. Regierungsrat und Gymnasiallehrer in Leitmeritz (heute: Litomerice, Tschechien) war. Blumentritt war ein exzellenter Kenner der Philippinen, obwohl er selbst nie dort gewesen war. Bumentritt und Rizal wurden enge Freunde. Über zweihundert Briefe aus dem Briefwechsel dieser Freundschaft blieben erhalten. Rizal empfand diese Freundschaft als "Umarmung zweier Rassen". Blumentritt wird noch heute auf den Philippinen als Mentor Rizals und Förderer der philippinischen Unabhängigkeit weithin verehrt.

1887 kehrte Rizal heim. Auseinandersetzungen mit den Dominikanern zwangen ihn, schon Ende des Jahres die Philippinen wieder zu verlassen. Er schrieb für die Zeitschrift der Filipinos in Spanien "La Solidaridad" (Die Solidarität), die mehr Rechte für die Filipinos forderte. 1891 erschien in Gent (Belgien) sein zweiter Roman, "El Filibusterismo" (Der Verrat). Er wurde von ihm dem Andenken der drei 1872 von den Spaniern als "Filibusteros" (Verräter) und "Seeräuber" diffamierten und wegen Aufruhrs hingerichteten Priester gewidmet. Sie waren laut Rizal "Opfer des Bösen, das zu bekämpfen, er sich vorgenommen hatte".

1892 kehrt Rizal über Hongkong auf die Philippinen zurück und gründet die "Liga Filipina" (philippinische Liga). Wenige Tage später wird Rizal wegen "Einschmuggelns subversiven Materials" inhaftiert und nach Dapitan auf Mindanao verbannt. Als 1896 die philippinische "Revolution" ausbricht, wird Rizal wegen der Bildung einer illegaler Vereinigung und der Förderung und Anstiftung zur Rebellion zum Tode verurteilt und am 30. Dezember 1896 in Manila durch Erschießung hingerichtet. Vor seinem Tode schreibt Rizal noch sein heute berühmtestes Gedicht, vom dem die ersten beiden Stophen lauten:

. . . . . . . . .Ultimo Adios - Letztes Lebwohl

. . . . . . . . .Adiós Patria adorada, región del sol querida,
. . . . . . . . .Perla del Mar de Oriente, ¡nuestro perdido Edén!
. . . . . . . . .A darte voy alegre, la triste, mustia vida,
. . . . . . . . .Y fuera más brillante, más fresca, más florida,
. . . . . . . . .También por ti la diera, la diera por tu bien

. . . . . . . . .Lebe denn wohl, Vaterland, liebes, Kind du der Sonne
. . . . . . . . .Perle des östlichen Meeres, du unser verlorenes Eden!
. . . . . . . . .Freudig will ich mein düsteres, trauriges Dasein dir opfern!
. . . . . . . . .Auch wenn es strahlender, frischer oder blühender wäre,
. . . . . . . . .ja, ich gäb' es für dich, für deine Würde und Größe!
...
. . . . . . . . .Mi Patria idolatrada, dolor de mis dolores,
. . . . . . . . .Querida Filipinas, oye el postrer adiós.
. . . . . . . . .Ahí, te dejo todo: mis padres, mis amores.
. . . . . . . . .Voy donde no hay esclavos, verdugos ni opresores;
. . . . . . . . .Donde la fe no mata, donde el que reina es Dios.

. . . . . . . . .Meine göttlich verehrte Heimat, das Weh meiner Schmerzen
. . . . . . . . .höre mein letztes Lebewohl, Philippinen, geliebte!
. . . . . . . . .Ich hinterlasse euch alles, die Eltern und all meine Teuren,
. . . . . . . . .ich geh' ins Land ohne Sklaven, Henker, Tyrannen,
. . . . . . . . .wo der Herrscher Gott ist und wo der Glaube nicht tötet.

Dieses Gedicht ist noch heute das beliebteste und bekannteste Gedicht der Filipinos. Die Anfangzeile "Adiós patria adorada" (Lebe denn wohl, Vaterland) ist bis heute ein geflügeltes Wort auf den Philippinen geblieben.

Die Liga Filipina setzt sich folgende Ziele:

. . . . . . . . .- Einigung des philippinischen Archipels zu einem festen, starken und homogenen Körper
. . . . . . . . .- gegenseitige Hilfe in allen Fällen dringender Notwendigkeit
. . . . . . . . .- Verteidigung gegen jegliche Gewalt und Unrecht
. . . . . . . . .- Förderung von Erziehung, Landwirtschaft und Handel
. . . . . . . . .- Studium und Anwendung von Reformen

7. Juli: Von der "Liga Filipina" spaltet sich die militante "Katipunan" unter Andres Bonifacio (1863 - 1897) ab. "Katipunan" = "K.K.K." = "Kataatstaang Kagalang-galang na Katipunan ng mga Anak ng Bayan" (Höchste und respektierte Gesellschaft der Söhne des Volkes) (Highest and Respected Society of the Sons of the People). Auch die "Katipunan" beruft sich auf Rizal. Ihre Ziele sind:

. . . . . . . . .- die Filipinos zu einigen
. . . . . . . . .- für die philippinische Unabhängigkeit zu kämpfen

Andres Bonifacio wird 1863 in Tondo in ärmlichen Verhältnissen geboren. Er kann keine Schule besuchen und ist Autodidakt. Unter dem Eindruck von Rizals Werken gründet er die "Katipunan" und organisiert sie als Geheimgesellschaft nach dem Vorbild der Freimaurerlogen.

Auszüge aus Andres Bonifacios (1863 - 1897): Mga katungkulang gagawin ng mga anak ng Z. LL. B. - ("Pflichten der Söhne des Volkes - Duties of the sons of the people" = 10 Gebote des Katipunan). Die "Gebote" bzw. Artikel II und X lauten:

II. "Sei Dir stets bewusst, dass die Liebe zu Gott auch die Liebe zum Heimatland einschließt und dieses ist auch die Liebe zu den Landsleuten.

...

X. "Bestrafe jeden Schurken und Verräter und preise alle guten Taten. Glaube daran, die Ziele der K.K.K. (Katipunan) sind durch Gott gegeben, denn der Wille des Volkes ist der Wille Gottes.

Aus: Bonifacio, Andres (1863 - 1897): "Ang dapat mabatid ng mga Tagalog". (Was die Tagalen wissen sollten.)

"Was denn sollen wir tun? Die Sonne der Vernunft, die im Osten klar strahlt, zeigt unseren Augen, dass wir lange blind für den Weg gewesen sind, dem wir hätten folgen sollen. Durch ihr Licht sehen wir jetzt die Klauen der Grausamkeit, die uns mit dem Tode bedrohen. Die Vernunft sagt uns, wir können nicht mehr erwarten als weiteres Leiden, mehr und mehr Drohungen, mehr und mehr Verletzungen und weitere Sklaverei. Die Vernunft sagt uns, nicht noch mehr Zeit zu vergeuden und auf den versprochene Fortschritt zu hoffen, der niemals kommen und zur Realität werden wird. Die Vernunft lehrt uns, uns auf uns selbst zu verlassen und nicht länger von anderen in unserem Leben abzuhängen. Die Vernunft rät uns, uns vom Gefühl her, in Gedanken und zum Zweck, dass wir die Kraft und die Mittel finden, die vorherrschenden Übel in unserem Land zu bekämpfen, zu vereinigen."


1893

Eröffnung der ersten Eisenbahnlinie auf den Philippinen von Manila nach Dagupan (ca. 200 km).


1895

Die Benediktiner kommen auf die Philippinen.

Erstes Stromversorgungsunternehmen und damit elektrisches Licht in Manila.

Februar: Beginn der Revolution auf Kuba.


1896

Andres Bonifacio und der Führungskreis des "Katipunan" sieht die Zeit für eine Revolution gegen die Spanier gekommen. José Rizal hält unter dem Einfluss von Argumenten Blumentritts eine Revolution für verfrüht, denn die Katipunan hat eine zu geringe militärische Schlagkraft und kann weder mit einem Überlaufen eines Teils der Armee noch mit Unterstützung aus dem Ausland rechnen. Deshalb verbietet Rizal, in seinem Namen eine Revolution zu beginnen. Die Katipunan versucht es dennoch mit dem Schlachtruf: "Es lebe die philippinische Unabhängigkeit!" Sie riskiert den bewaffneten Aufstand, der jedoch zunächst im Keim erstickt wird. Daraufhin übernimmt Emilio Aguinaldo (1869 - 1964) die Führung der Katipunan. Unter Aguinaldo macht die Katipunan den Spaniern durch ihre Guerillataktik ernsthaft zu schaffen. Der intellektuelle Chefberater Aguinaldos ist Apolinario Mabini (1864 - 1903).

Emilio Aguinaldo wird 1869 als Sohn eines lokalen Statthalters in Cavite auf Luzon geboren. Er entstammt im Gegensatz zu Bonifacio der philippinischen Elite. Seine Hauptqualitäten sind die Fähigkeit zu militärischer Führung und das Wissen um die Kriegsführung mittels des Guerillakampfes.

26. Dezember: José Rizals Gerichtsverhandlung und Verurteilung zum Tode in Manila.

30. Dezember: Hinrichtung José Rizals auf dem Bagumbayan-Feld in Manila.


1897

4. Januar: Hinrichtung der 15 "Märtyrer von Bicol" wegen der Teilnahme an der Katipunan-Revolution. 1.000 weitere Aufständische werden nach Guam, Fernando Po und in andere spanische Kolonien deportiert.

February: José Rizal veröffentlicht seinen ersten Roman, "Noli me Tangere", in Berlin. Die Erstausgabe von 2.000 Examplaren wurde von der "Berliner Buchdruckerei AG" gedruckt.

10. Mai: Die "Katipunan" verurteilt mit Zustimmung Aguinaldos Andres Bonifacio wegen "Verrats an der Revolution" zum Tode. Bonifacio wird am 10. Mai 1897 von den eigenen Leuten durch Erschießen hingerichtet.

August: Beginn der Waffenstillstandsverhandlungen zwischen der Kolonialregierung und dem Führer der "Katipunan", Aguinaldo.

Dezember: Waffenstillstandsvereinbarung mit der "Katipunan". Emilio Aguinaldo geht ins Exil nach Hongkong.

1. November: Erster nationaler Kongress der Philippinen. Delegierte aus verschiedenen Landesteilen verabschieden eine Verfassung nach liberalem Muster.


1898

20. April bis 10. Dezember: Spanisch-Amerikanischer Krieg aus Anlass des Unabhägigkeitskampfes der Kubaner gegen die spanische Kolonialmacht. Die Amerikaner unterstützen diesen Kampf aufgrund eigener Wirtschaftinteressen auf Kuba.

25. April: Offizielle Kriegserklärung der USA an Spanien

1. Mai: Die US-Asienflotte unter ihrem Kommandeur George Dewey (1837 - 1917) zerstört die spanische Flotte vor den Philippinen und landet in der Bucht von Manila.

Nach dem Sieg Deweys senden England, Deutschland, Frankreich und Japan ihre pazifischen Flotteneinheiten in die Bucht von Manila, um ihre jeweiligen Interessen auf den Philippinen zu schützen. Der deutsche Flottenverband unter Vizeadmiral von Diedrichs hat eine stärkere Kampfkraft als der Verband Dewey's. Von Diedrichs hält sich nicht an die Anweisungen Deweys. Daraufhin kommt der britische Flottenverband Commander Dewey zur Hilfe, und erst die Übermacht der alliierten Flottenverbände hält von Diedrichs von einem "kriegerischen Abenteuer" mit den Amerikanern ab.

Mai: US-Präsident McKinley (1843 - 1901; Präsident 1897 - 1901) gibt zu, dass er nicht imstande ist, auf einer Landkarte auch nur mit einer Annäherung von 2.000 Meilen zu zeigen, wo sich die Philippinen in etwa befinden.

19. Mai: Emilio Aguinaldo kehrt aus dem Exil von Hongkong nach Manila zurück.

12. Juni: Emilio Aguinaldo (1869 - 1964) ruft die Unabhängigkeit der Philippinen mit sich selbst vorübergehend als Diktator aus.

Juli: Die "Katipunan" unter Emilio Aguinaldo schließt mit den Spaniern gegen freies Geleit und einer hohe Abfindung über ca. 400.000 Pesos (etwa 800.000 USD) Frieden. Aguinaldo und einige seiner Gefolgsleute gehen ins Exil nach Hongkong.

"So wurde man den Eindruck nicht los, dass die Ideale der Revolution, für die Tausende von Filipinos ihr Leben hingegeben hatten, verraten wurden - verraten für spanische Silberlinge!"

13. August: Manila wird von der US-Marine unter General Arthur MacArthur, dem Vater von General Douglas MacArthur (1880 - 1964), dem Oberbefehlshaber im Pazifikkrieg des 2. Weltkrieges, erobert.

Ab 15. September: Nationalkongress in Malolos (40 km außerhalb von Manila). Am 29. September ratifiziert dieser Kongress die Unabhängigkeitserklärung der Philippinen. Die "Selbstbedienungsmentalität" der Delegierten, die durchweg aus der Oberschicht stammen, zeigt sich deutlich in den Vorstellungen über den Landbesitz auf den unabhängigen Philippinen:

"Der Boden sollte den verhassten Mönchen genommen, aber nicht etwa den landlosen Bauern, die diese Felder seit Jahrhunderten bewirtschafteten, gegeben werden, sondern innerhalb der Kreise, 'auf die es ankommt' (Männer der Tat - men of means), neue Eigentümer finden. 'Die Elite belohnte sich selbst mit den ersten Früchten der Revolution', stellte Renato Constantino sarkastisch fest und nannte diesen Akt den 'vielleicht schlimmsten Verrat an den Interessen des Volkes'."

Oktober: US-Präsident William McKinley (1843 - 1901; Präsident 1897 - 1901) gibt dem Unterhändler bei den Friedensverhandlungen mit Spanien den Auftrag, die Abtretung der Philippinen zu fordern. Er schildert im November 1899 einer Delegation amerikanischer Methodisten seine Motive:

"Die Wahrheit ist, dass ich die Philippinen gar nicht gewollt habe. Als sie auf uns zukamen, ein Geschenk der Götter, wusste ich nicht, was mit ihnen anzufangen sei. Als der Krieg mit Spanien ausbrach, war Dewey, George Dewey, der Kommandeur der US-Asienflotte, in Hongkong. Ich befahl ihm, nach Manila zu auszulaufen, um die spanische Flotte zu kapern oder zu zerstören, was er denn ja auch tat. Der Grund dafür war einfach der, wenn er besiegt worden wäre, hätte er auf dieser Seite des Globus keinen Platz gehabt, um seine Schiffe auszubessern; und wären die Dons (die Spanier) siegreich gewesen, wären sie womöglich über den Pazifik gekommen und hätten unsere Küste bei Oregon und Kalifornien verwüstet. So musste er die spanische Flotte zerstören, und er tat es. Aber das war alles, an das ich bis dahin gedacht hatte. Als ich dann erkannte, dass uns die Philippinen in den Schoß gefallen waren, gebe ich zu, dass ich nicht wusste, was nun mit ihnen anzufangen sei. Ich bemühte mich um Rat von allen Seiten, aber ich erhielt da nur wenig Anregungen. Zuerst dachte ich, wir nehmen nur Manila, dann Luzon, dann andere Inseln vielleicht noch. Ich ging Nacht für Nacht bis Mitternacht durch die Flure des Weißen Hauses, und ich schäme mich nicht, Ihnen, meine Herren, zu sagen, dass ich auf meine Knie sank und Gott den Allmächtigen mehr als einmal in der Nacht um Einsicht und Rat bat. Und eines Nachts überfiel es mich, ich weiß nicht genau wie, aber es überkam mich und ich entschied,
- dass wir sie (die Philippinen) nicht an Spanien zurückgeben konnten, das wäre feige und unehrenhaft,
- dass wir sie nicht an Frankreich oder Deutschland, unseren Handelsrivalen im Orient übergeben durften, das wäre ein schlechtes Geschäft und würde uns in Mißkredit bringen,
- dass wir sie auch nicht sich selbst überlassen konnten, denn sie waren noch nicht reif zur Selbstregierung, und sie würden bald in Anarchie leben und eine Misswirtschaft haben, die schlimmer als es die spanische war,
- dass uns nichts anderes übrigblieb, als sie alle zu übernehmen, die Filipinos zu erziehen, sie emporzuheben, zu zivilisieren und zu christianisieren und mit Gottes Gnade das Beste für sie zu tun wie für unsere Mitmenschen, für die Christus ebenso gestorben ist.
Und dann ging ich ins Bett und schlief ein und hatte einen gesunden Schlaf. Und am nächsten Morgen ließ ich den Chefingenieur des Kriegsministeriums, unseren Kartographen, rufen und befahl ihm, die Philippinen auf die Landkarte der Vereinigten Staaten zu setzen, und dort sind sie, und dort werden sie bleiben, solange ich Präsident bin."

14. November: Die USA eroberen ganz Luzon. Es gibt aber noch rege philippinische Guerillaaktivitäten. Der Industrielle Andrew Carnegie (1835 - 1919) reagiert auf Präsident McKinleys Versprechen, die Filipinos zu zivilisieren und christianisieren mit den Worten:

"Ungefähr 8.000 von ihnen wurden vollständig zivilisiert und zum Himmel geschickt."

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1898 - 1935

Kolonie der USA



Das Territorium der Philippinen unterscheidet sich gegenüber der spanischen Kolonialzeit folgendermaßen:

Die moslemischen Gebiete Mindanao und Sulu wurden Teil der Philippinen und die inneren Bergregionen von Luzon und von den Visayas Inseln wurden erobert. Die Bergvölker der Ifugao, Igorot usw. gehörten nunmehr zu den Philippinen und nicht mehr zum Territorium der Philippinen gehörten die Pazifikinsel Guam, was zur US Kolonie mit einem Sonderstatus (Territorium) wurde, die Inselgruppen der Marianen, der Karolinen und der Palau Inseln, die bis 1918 an Deutschland fielen.

Die Amerikaner beteiligen von Anfang an Filipinos an der Verwaltung der Kolonie, auch in hohen Stellungen (Vorsitzende des Obersten Gerichte, Minister usw.). In der "Philippine Commission" (Philippinische Kommission), der Kolonialregierung, übernehmen Filipinos ab 1912 sogar die Mehrheit.

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Bevölkerungsentwicklung 1903 - 1939:

. . . . . . . . .1903. . . . . . . . . .7,6 Mio.
. . . . . . . . .1918. . . . . . . . .10,3 Mio.
. . . . . . . . .1939. . . . . . . . .16,0 Mio.


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Während der amerikanischen Kolonialzeit erreichte die Landwirtschaft folgende Zuwachsraten:

. . . . . . . . .- Agrarfläche. . . . . . . . . 3 fach
. . . . . . . . .- Tiere. . . . . . . . . . . . . . 3 fach
. . . . . . . . .- Tabak. . . . . . . . . . . . . 3 fach
. . . . . . . . .- Mais. . . . . . . . . . . . . . 4 fach
. . . . . . . . .- Reis. . . . . . . . . . . . . . .5 fach
. . . . . . . . .- Holzeinschlag. . . . . . . .6 fach
. . . . . . . . .- Zucker. . . . . . . . . . . . .6 fach
. . . . . . . . .- Kobra. . . . . . . . .. . . . .9 fach


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Erweiterung der bewässerten Reisfelder:

. . . . . . . . .1900. . . . . . . . . .27.000 ha
. . . . . . . . .1935. . . . . . . . .715.000 ha


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Die Philippinen erleben in der amerikanischen Kolonialzeit einen Boom im Bergbau bei Gold, Chrom, Mangan, Kupfer, Eisen, Silber, Asbest und Öl. Allein der Wert des abgebauten Goldes steigt von 6,7 Mio. Pesos im Jahr 1929 auf 32 Mio. Pesos im Jahr 1935.

Die Handelsbilanz der Philippinen erwirtschaftet während der gesamten amerikanischen Kolonialzeit kein einziges Defizit - nicht einmal während der großen Weltwirtschaftskrise Ende der zwanziger bis Anfang der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts.

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1898

10. Dezember: Im Friedensvertrag von Paris wird vereinbart, Spanien muss die Philippinen für 20 Millionen USD an die USA abtreten.

In den USA wird die "Anti-Imperialist League" (Anti-Imperialisten-Liga) gegen den Kolonialismus der USA gegründet. Ihr treten mehr als 30.000 Mitglieder bei. Ihre prominentesten Vertreter sind: Jane Addams (1860 - 1935, Sozialreformerin, Pazifistin und Friedensnobelpreisträgerin von 1931), Carl Schurz (1829 - 1906, Politiker und Senator 1869 - 1875), Mark Twain (1835 - 1910, Schriftsteller), William James (1842 - 1910, Psychologe und Philosoph), Samuel Gompers (1850 - 1924, Gewerkschaftsführer), Andrew Carnegie (1835 - 1919, Industrieller). Sie berufen sich u. a. auf John Quincy Adams (1767 - 1848, US-Präsident 1825 - 1829), der 1821 als "Secretary of State" (Außenminister) erklärt hatte:

"Wo immer sich Freiheit und Unabhängigkeit entfalten, werden Amerikas Herz, Segen und Gebete sein. Aber es wird nicht auf die Suche nach Monstern ausgehen, um sie zu zerstören... Es weiß sehr wohl, dass, wenn es sich einmal unter das Banner eines anderen als unter ihr eigenes stellt, es selbst betroffen sein wird ... in allen lohnenden Kriegen und ... des Geizes, die vorgeben, die Farben und der Freiheit zu tragen und sie dennoch nur vorgeben. Die fundamentalen Maxime seiner Politik würden sich unmerklich von der Freiheit zur Unterdrückung wandeln... Sie könnten zur Diktatur über die Welt führen, und sie wären dann nicht länger Herr des eigenen Geistes."

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Januar 1899 - März 1901

Erste Philippinische Republik (Malolos Republik)



1899

16. Januar: US-Präsident McKinley ernennt die erste "Philippine Commission" (Philippinische Kommission) unter Leitung von Jacob Schurman. Der Bericht dieser Kommission bildet die Grundlage zur Ernennung und Einsetzung der zweiten "Philippine Commission" von 1901, welche schrittweise die Regierungsgeschäfte vom Militärgouverneur übernimmt.

21. Januar: Präsident Emilio Aguinaldo verkündet die Verfassung der ersten Philippinischen Republik. Dieses ist die erste Republik Asiens. Der umstrittenste Artikel ist der Artikel über die Trennung von Kirche und Staat. Er lautet nun:

"Art. 5 Der Staat erkennt die Freiheit und Gleichberechtigung aller Religionen an, ebenso wie die Trennung von Kirche und Staat."

Die Artikel 6 bis 32 enthalten einen liberalen Katalog der Bürgerrechte.

3. Februar: Beginn des philippinisch-amerikanischen Krieges, da sich die USA weigern, die Unabhängigkeit der Philippinen anzuerkennen.

2. März: Bischof James M. Thoburn von der "Methodist Episcopal Church of India" (Methodisten Episkopale Kirche von Indien) hält die erste protestantische Predigt auf den Philippinen. Am 22. April kommen presbyterianische Missionare auf die Inseln. Im September werden die ersten Bibeln verteilt. Ab 1900 folgen weitere protestantische Denominationen.

9. März: Gründung der "American Circulating Library" (Amerikanische Leihbücherei), der Vorgängerin der "National Library of the Philippines" (Nationalbücherei der Philippinen).

Juni: Der heißblütige militärische Führer, de Luna, wird ermordet, da er sich in der "Katipunan"-Bewegung viele Feinde machte. Emilio Aguinaldo soll vorab darüber Kenntnis gehabt haben.

20. August: Im "Bates Agreement" (Bates Abkommen) erklären die moslemischen Fürsten ihre Nichteinmischung in den philippinisch-amerikanischen Krieg. Präsident McKinley billigt zunächst dieses Abkommen, aber der amerikanische Kongress hebt es 1904 auf.

Der US-Senat ratifiziert den Friedensvertrag mit Spanien. Dadurch fallen die Philippinen, Puerto Rico und Guam endgültig in den Besitz der USA. Präsident McKinley in seiner Botschaft an den Kongress:

"Die Philippinen gehören uns, nicht um sie auszubeuten, sondern sie zu entwickeln, zu zvilisieren und sie in der Wissenschaft der Selbstverwaltung zu unterrichten."

Selbstverständlich haben die USA ein großes Interesse an den Philippinen wegen ihrer Nähe zu China und als Marinestützpunkt im westlichen Pazifik.


1900

7. April: Präsident McKinley erlässt Instruktionen für die "Philippine Commission". Darin erinnert er die Kommission, dass die Regierung auf den Philippinen...

"...nicht zu unserer eigenen Befriedigung oder um unsere theoretischen Ansichten umzusetzen geschieht, sondern für das Wohl, für den Frieden und für den Forschritt der Philippinen."

Er weist die Kommission an:

"Das Bildungssystem, welches von den Militärbehörden bereits eingeleitet wurde, fördern und, wenn die Notwendigheit besteht, zu verbessern. Während dieses umgesetzt wird, sollte man vor allem darauf achten, das Grundschulsystem auszubauen, welches für alle zugänglich sein soll und welches dazu dient, das Volk zu Bürgern zu erziehen und was für eine zivilisierte Gemeinschaft nötig ist."
. . . .(Zitat in: Students' Philippine almanac. - Quezon City: Children's Communication Center, 1991, Seite 413)

1. September: Per gesetzlicher Regelung wird der Zivildienst eingerichtet.

Dezember: Gründung der ersten politischen Partei auf den Philippinen nach der amerikanischen Übernahme. Es ist die "Föderale Partei" und sie tritt anfangs für den Anschluss der Philippinen an die USA ein.


1901

21. Januar: Einrichtung eines flächendeckenden, öffentlichen Schulwesens durch die USA. Die Grundschule ist für alle kostenlos. Es werden zahlreiche Lehrerseminare eingerichtet, Der Unterricht findet in Englisch statt. Als erste Lehrer sind amerikanische Soldaten tätig.

5. März: Übergabe der "American Circulating Library" (Amerikanische Leihbücherei), Vorgängerin der "National Library of the Philippines" (Nationalbücherei der Philippinen), an die Philippinen.

23. März: Emilio Aguinaldo kann in Palanan von den Amerikanern gefangen genommen werden. Damit endet die erste philippinische Republik.

19. April: Weniger als ein Monat nach seiner Gefangennahme legt Aguinaldo einen Treueeid gegenüber den Vereinigten Staaten von Amerika ab.

4. Juli: Die USA setzen William Howard Taft (1857 - 1930, US Präsident 1909 - 1913) als 1. Zivilgouverneur für die Philippinen ein. Damit endet die Militärverwaltung für alle befriedeten Gebiete. Unbefriedete, katholische Gebiete bleiben noch bis 1902 unter der Militärverwaltung und die moslemischen Gebiete im Süden der Inseln noch bis 1914.

23. August: Mit dem US-Dampfschiff "Thomas" treffen 540 amerikanische Lehrer und Lehrerinnen in Manila ein. Sie werden nach dem Namen des Schiffes "Thomasiten" genannt, ein Name, der später auf alle amerikanischen Lehrer übertragen wird. 1902 lehren über 1.000 amerikanische Lehrkräfte an philippinischen Schulen. Start eines Erziehungs- und Bildungsprogramms für unterprivilegierte Bevölkerungsschichten. Die Ausbildung einheimischer Lehrer und Errichtung von Volksschulen bekommt absolute Priorität. Man bildet einheimische Lehrer heran, so dass 1941 nur noch 17 amerikanische Lehrer im Land sind.

General Aguinaldo erklärt:
"Unter Anerkennung der Souveränität der Vereinigten Staaten über das ganze philippinische Archipel, wie ich jetzt weiß, und ohne jegliche Einschränkung glaube ich, nur meinem geliebten Land zu dienen."

Englisch wird allmählich zur Verkehrssprache auf den vielsprachigen philippinischen Inseln.


1902

2. Februar: Gründung der "Union Obrero Democratica" (Vereinigung demokratischer Arbeiter), der ersten Arbeitervereinigung bzw. Gewerkschaft des Landes.

1. Juli: Das Philippinengesetz ("Philippine Bill"), auch Kupfergesetz ("Copper law") genannt, wird vom US Kongress gebilligt. Es ist das erste Grundgesetz der Philippinen und sieht die Errichtung einer Zivilregierung vor. Erstmals in der philippinischen Geschichte wird auf den Inseln auch die Trennung von Kirche und Staat per Gesetz vorgenommen.

1. Oktober: Der Journalist Isabelo du los Reyes (1864 - 1838) und Pascual Poblete (1857 - 1928) gründen die von Rom abgespaltene philippinische Nationalkirche "Iglesia Filipina Independiente" (Unabhängige Philippinische Kirche). Zum ersten Bischof ernennen sie Gregorio Aglipay (1886 - 1940). Die Kirche kann sich langfristig aber nicht behaupten und wird 1948 mit der protestantischen Episkopalkirche der Vereinigten Staaten (protestant Epyscopal Church of the United States) zusammengelegt.


1903

1. März: Tag der Volkszählung in den USA und auf den Philippinen. An diesem Tag haben die Philippinen 7,6 Millionen Einwohner (2002: 83 Mio).

13. März: Gründung von "Meralco" (Manila Electric Railroad and Lighting Company / Manila Elektrische Eisenbahn und Beleuchtungsgesellschaft, später: Manila Electric Company / Manila Elektrizitätsgesellschaft). Nicht vor 1961 geht sie in philippinischen Besitz über. Die einzige Elektrizitätsgesellschaft Manilas ist bis heute für die zahllosen "brown-outs" (Stromausfälle unter einer Dauer von 24 Stunden) und "black-outs" (Stromausfälle über eine Dauer von 24 Stunden) berühmt berüchtigt.

1. Juni: Das Reconcentration Act No 781 (Strafgesetz Nr. 781) tritt in Kraft. Es ermöglicht ein rigoroses Vorgehen gegen aufständische Filipinos, welches von den Amerikanern als "Bandolerismo" (Banditentum) bezeichnet wird.

Errichtung der Moro-Provinz, bestehend aus dem Großteil von Mindanaos Süden, Westen und Südwesten, aus den Sulu und Tawi-Tawi Inseln, der Insel Palawan und den Balabac-Inseln.

26. August: Das "Pensionado law" (Stidendiatsgesetz) trat in Kraft. Aufgrund dieses Gesetzes erhalten fähige Filipinos Stipendien für amerikanische Colleges und Universitäten. Der Großteil der philippinischen Hochschulprofessoren rekrutiert sich in der Folgezeit aus diesen Stipendiaten.


1904

4. März: Der Aufstand von dreihundert Moslems unter Panglima Hasan kann niedergeschlagen werden.

April: Der "Friars Lands Act" (Mönchslandgesetz), aufgrund dessen die USA den Landbesitz der Mönchsorden käuflich erworben haben, soll dazu dienen, das Land in erster Linie an die ca. 60.000 Pächter, die das Land bisher bearbeitet haben, zu verkaufen oder zumindest zu fairen Konditionen zu verpachten. Vorausgegangen ist, dass die USA eine Landreform, insbesondere eine Bodenreform des Ordenslandes, angestrebt haben. Dazu sind sie 1902 in Verhandlungen mit dem Vatikan getreten. Ende 1903 haben die Orden zugestimmt, etwa 90% ihrer Ländereien (rund 165.000 ha) für ca. 7 Mio. USD an die USA zu veräußern.


1905

Die im Dezember 1900 gegründete "Föderale Partei" ändert ihren Namen in "Partido Nacional Progresista" (National Progressive Partei) und tritt nach außen für die "uneingeschränkte Unabhängigkeit" der Philippinen ein. Die führende Köpfe der Partei sind Manuel Quezon und Sergio Osmeña.

17. Februar: Gründung der "Philippine Constabulary School" (Philippinische Polizeischule), der Vorläuferin der "Philippine Military Academy" (Philippinische Militärakademie).


1906

Mark Twain schreibt "Comments on the killing of 600 Moros" (Kommentare über die Ermordung von 600 Moros)

Freer, William B.: The Philippine experiences of an American teacher (Die philippinischen Erfahrungen eines amerikanischen Lehrers). - (New York, 1906) Er beschreibt in diesem Buch das damalige amerikanisch-philippinische Schulwesen. In seinem Vorwort steht zu lesen:

"Dieses Buch ist jenen Amerikanern gewidmet, die durch ihr vortreffliches Beispiel, ihren wohlwollenden Dienst und ihre uneigennützige Arbeit unter anstrengenden Verhältnissen die Filipinos das Beste vom Amerikanismus lehren."

"Zur Grundausstattung einer Barrioschule gehörten Tafel, Bücher, Griffel, Papier - und die amerikanische Flagge." Rührend die Schlußszene, in der Mr. Freer die Episode eines gefangenen Vogels erzählt: "Ein Bauer im Dorf entließ ihn aus seinem Käfig in die Freiheit. Doch ein paar Tage später brachten ihm Dorfpolizisten das lädierte Federvieh zurück; es war von bösen Krähen übel zugerichtet worden und hatte sich aufs Dach der Presidencia, des Rathauses, gerettet. Der Filipino sperrte den Vogel wieder ein, überzeugt, dass er noch nicht reif für die Freiheit sei, ganz wie die Bewohner der Philippinen. Auch sie riefen nach Unabhängigkeit, obwohl es doch gefährliche Krähen gebe, wie etwa Deutschland oder Japan. Dieser Bauer sei ein vorbildlicher Filipino," bemerkt der Lehrer Freer aus USA an die Adresse einiger seiner Landsleute...

"diese wohlmeinenden, aber irrenden Freunde, die wir Anti-Imperialisten nennen."

"...gerichtet, die nicht einsehen wollen, dass die Filipinos keinesfalls in der Lage sind, ihre Geschicke selbst zu lenken." Und diesen Umstand bedauernd, bemüht Mr. Freer Kiplings berühmtes 'The White Man's burden' (Des weißen Mannes Bürde).

Die Episkopalkirche eröffnet Missionsstationen und Schulen in den zentralen Cordilleras der nördlichen Hauptimsel Luzon.


1907

Die "National Partei", die gemäß Parteiprogramm für die "uneingeschränkte Unabhängigkeit" der Philippinen eintritt, vereinbart unter Quezon und Osmeña in einem Geheimabkommen mit den Amerikanern, jede Bestrebung im Parlament zu Fall zu bringen, die auf die Unabhängigkeit der Inseln abzielt.

Erste Wahlen zur "Philippinischen Versammlung" (Unterhaus), der ersten frei gewählten Legislative Südostasiens.

Die Kongregation vom Unbefleckten Herzen Mariä aus Scheut in Belgien beginnt mit der katholischen Mission in den zentralen Cordilleras Luzons.


1908

18. Juni: Gründung der University of the Philippines (UP = Universität der Philippinen) in Manila. Sie ist die erste staatliche Universität des Landes.

Schaffung der Mountain Province in den neu erschlossenen Gebieten der zentralen Cordilleras auf Luzon. In diesen Gebieten widerstanden die Ifugaos und die Igorots über Jahrhunderte jegliche, spanische Kolonialisierungsbemühungen dieser Völker.


1909

Der "Payne-Aldrich Tariff Act" (Payne-Aldrich Steuergesetz) der USA räumt philippinischen Rohstoffproduzenten günstige Sonderkonditionen auf dem amerikanischen Markt ein. Der Anbau von Zucker, Hanf, Tabak, Kokosnüssen u. a. für den Export wird lohnend. Die Großgrundbesitzer sind die großen Profiteure dieses Gesetzes.


1911

10. Januar: Bei einem Ausbruch des Taal Vulkan auf Luzon werden rund 1.300 Personen getötet und 13 Dörfer vollständig zerstört.

9. November: Der Young Men's Christian Association = YMCA (Christlicher Verein junger Menschen = CVJM) gründet in Manila seinen ersten Verein auf philippinischem Boden.


1913

Das "Underwood-Gesetz" hebt alle Zollschranken für landwirtschaftliche Produkte der Philippinen in den USA auf.

1. Mai: Gründung des "Congreso Obrero de Filipinas" (Arbeiterkongress der Philippinen), einer Gewerkschaft für Arbeiter. Sie fordert den 8-Stundentag und wirksame Arbeitsschutzbestimmungen für Frauen und Kinder.


1914

27. Juli: Gründung der "Iglesia ni Kristo" (Kirche von Christus) durch Felix Manalo (1886 - 1963). Die "Iglesia ni Kristo" entwickelt sich zur größten unabhängigen, einheimischen Kirche. Man kann die alle nach dem gleichen Muster gebauten, großen Kirchen überall auf Luzon leicht erkennen.

Felix Manalo Ysagun findet eine Bibel, liest darin und wendet sich deswegen von der katholischen Kirche ab. Er wird zunächst nacheinander Mitglied der "Iglesia Filipina Independiente" (Unabhängige Philippinische Kirche), des Rizal-Kultes Culorum, der methodistischen Episkopalkirche, der Presbyterianer, der Sieben-Tage-Adventisten und gründet dann die "Iglesia ni Kristo". Nachdem seine Kirche erfolgreich ist, lässt er das Ysagun aus seinem Namen weg und nennt sich fortan nur Manalo, was in Tagálog "Triumph" bedeutet.

Vermutliche Gründung der "Iglesia Watawat ng Lahi", der populärsten aller Rizal-Kult-Kirchen, durch Antonio de Guzman, einen Freund José Rizal's (1861 - 1896). 1938 hörten Mateo Alcuran und Alfredo Benedicto angeblich eine Stimme, die ihnen befahl, in die Berge von Lecheria (in der Nähe von Rizal's Geburtsort) zu gehen, um sich dort mit Gaudencio Parabuac und Jovito Salgado zu treffen. Dort befahl ihnen die Stimme, die Verehrung von José Rizal zu verbreiten. Diese Rizal-Kirche zelebriert ihre Heiligen Messen in Tagalog. Heutzutage unterhält sie in Lecheria ein Priesterseminar und eine Schule.

Es gab und gibt noch weitere Rizal-Kulte. Einige betrachten Rizal als Sohn Gottes, als wiedergekommenen Christus und rufen seinen Namen in Gebeten an. Diese sind unter der Bezeichnung Culorum nach der lateinischen Schlußformel: "in saecula saeculorum = in alle Ewigkeit" bekannt


1914 - 1916

Erster Weltkrieg: 6.000 Filipinos dienen während des Krieges in der US Navy, weitere 4.000 Filipinos, die auf Hawaii leben, treten in die US Armee ein. Die Philippinen bieten den USA 25.000 Soldaten, ein Unterseeboot und einen Zerstörer an. Filipinos zeichnen die Kriegsanleihen, "Liberty Bonds" (Freiheitsanleihen), mit ca. 40 Mio. Pesos, und zusätzlich spenden sie noch rund 1 Mio. Pesos an das amerikanische Rote Kreuz.


1915

Im "Carpenter Agreement" (Carpenter Vertrag) überträgt der letzte Sultan von Sulu, Jamahul Kiram II. (1884 -1936) seine politischen Rechte auf die USA.


1916

Die Amerikaner erlassen den "Jones Act" (Jones Gesetz). Dieses Gesetz wird zur neuen Verfassung der Philippinen, welches bis 1935 gültig bleibt, und löst das "Kupfergesetz" ("Copper Law") von 1902 ab.

Die Parlametwahlen werden von der "National Partei" haushoch gewonnen und degradieren die zuvor führende "Partido Nacional Progresista" (National Progressive Partei) fast zur Bedeutungslosigkeit. Quezon wird Präsident des Senats und Osmeña Sprecher des Unterhauses bzw. des Kongresses.

19. August: Bildung eines Senats nach amerikanischem Vorbild. Die USA erklären feierlich ihre Bereitschaft, die Philippinen in die Unabhängigkeit zu entlassen, "sobald eine stabile Regierung eingesetzt werden kann".

Nach dem "Osmeña Act" (Osmeña-Gesetz) sollen die Amerikaner im öffentlichen Dienst des Lndes Schritt für Schritt durch Filipinos ersetzt werden. Auswirkung dieses Gesetzes:

Personen im öffentlichen Dienst:

. . . . . . . . .Jahr. . . . . . . . .Amerikaner. . . . . . . . .Filipinos
. . . . . . . . 1913. . . . . . . . . .2.623. . . . . . . . .. . . . 6.363
. . . . . . . . 1921. . . . . . . . . . . 614. . . . . . . . . . . .13.240



1921

5. Februar: Gründung der "National Federation of Women's Clubs" (Nationale Föderation der Frauenvereine) zur Förderung der politischen Emanzipation von Filipinas.


1928

28. November: Die "Philippine Long Distance Telephone Company" (Philippinische Langstreckentelefongeschaft) wird durch Beschluss des philippinischen Senats per Gesetz gegründet.


1929

Erster nationaler Eucharistischer Kongress [(katholische Tagung zur Förderung der Eucharistie) - (Eucharistie = Danksagung)] in Manila.


ab 1930

Die philippinischen Unabhängigkeitsbestrebungen erhalten Unterstützung durch die amerikanische Milchwirtschaft und die amerikanischen Gewerkschafen. Man will den zollfreien Import von Milchprodukten von den Philippinen stoppen und ebenso die Zuwanderung billiger, philippinischer Arbeitskräfte auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt unterbinden.


1930

26. August: Gründung der "Communist Party of the Philippines" (Kommunistische Partei der Philippinen) durch Cristanto Evangalista. Die philippinische kommunistische Bewegung wird stark durch Harrison George, dem Führer der kunmmunistischen Partei der USA, beeinflusst. 1938 verschmilzt die Partei mit der "Socialist Party" (Sozialistischen Partei) des Pedro Abad Santos.


1931

Ein religiös motivierter Aufstand bricht bei Tayug (Tayug Aufstand) aus, und er ist der Beginn einer ganzen Reihe von reliösen Aufständen während der dreißiger Jahre.

Ein überarbeitetes Strafrecht ersetzt das alte, noch aus spanischer Kolonialzeit stammende Strafrecht von 1889.


1934

24. März: US-Präsident Franklin Delano Roosevelt (1882 - 1945, US-Präsident 1933 - 1945) unterzeichnet den "Tydings-McDuffie Act". Dieses Gesetz gibt den Philippinen den Status eines "Commonwealth" (Freistaat). Sie erhalten eine Selbstverwaltung bzw. eine Teilautonomie unter amerikanischer Kontrolle. Nach zehn Jahren sollen die Philippinen ihre völlige Unabhängigkeit erhalten. Der amerikanische Hochkommisar behält sich noch die Aufsicht über Finanzen, Verteidigung und internationale Beziehungen vor.

August: Eine "Made-in-the-Philippines" Woche wird ausgerufen und mit den Ruf: "Kauft philippinische Produkte!" sollen die einheimische Produktionswirtschaft gefördert werden.

19. November: Die "National Economic Protectionism Association = NEPA" (Nationales Wirtschaftsschutzbündnis) wird gegründet. Ihr Ziel ist die Propagierung traditioneller, einheimischer Produkte unter dem Slogan: "Kauft Philippinisch!"

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1935 - 1946

Kolonie der USA mit Commonwealth-Status



Amerikanische Anteile an den wichtigsten landwirtschaftlichen Exportindustrien (1935):

. . . . . . . . .Zucker:. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .amerikanisches Kapital = 33%, spanisch = 23%, filipino = 43%
. . . . . . . . .Hanf:. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . amerikanisch: 53%
. . . . . . . . .Kopra:. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Großteil amerikanisch
. . . . . . . . .getrocknete Kokosnussprodukte:. . . . . . . . Großteil amerikanisch


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1934

März: Abschluss des "Tydings-McDuffie Act" (Tydings-McDuffie Gesetz) bildete die Grundlage zum "Commonwealth" (Freistaat) der Philippinen. Das Gesetz sah eine zehnjährige Übergangsfrist bis zur Unabhängigkeit vor.


1935

14. Mai: Annahme der Verfassung des Commonwealth of the Philippines (Freistaat der Philippinen) durch Volksabstimmung.

4. Juli: Inauguration (Einweihung) des Commonwealth of the Philippines. Manuel Quezon (1878 - 1944, Präsident 1935 -1944) wurde zum ersten Präsidenten des "philippinischen Freistaats" gewählt. Er war der erste einheimische Präsident in einer der Kolonien in Asien.


1937

12. Januar: Präsident Quezon ernannte Jaime C. de Veyra zum Direktor des "National Language Institute" (Nationale Spracheninstitut). Das Institut sollte den Auftrag der Verfassungsergänzung von 1937 erfüllen:

"Entwicklung und Einführung einer allgemeinen Nationalsprache (Umgangssprache) basierend auf eine der existierenden 'Dialekte'".

"development and adoption of a common national language based on one of the existing native dialects."

Die Formulierung "Dialekte" verschleierte das Problem, da es auf den Philippinen viele unterschiedliche Sprachen gab und gibt. Man zählt mindestens 55 unterschiedliche Sprachen, die sich in mindestens 142 weitere Dialekte untergliedern.

Ein Volksbefragung von 1939 ergab für die acht Sprachen mit den meisten Muttersprachlern folgende Zahlen:

. . . . . . . . .Tagalog. . . . . . . . . . . . .4,1 Mio.
. . . . . . . . .Cebuano. . . . . . . . . . . .3,6 Mio.
. . . . . . . . .Ilocano. . . . . . . . . . . . .2,4 Mio.
. . . . . . . . .Hiligayynon. . . . . . . . . .2,0 Mio.
. . . . . . . . .Bicolano. . . . . . . . . . . .1,3 Mio.
. . . . . . . . .Waray. . . . . . . . . . . . . 0,9 Mio.
. . . . . . . . .Pampango. . . . . . . . . . 0,6 Mio.
. . . . . . . . .Pangasinan. . . . . . . . . .0,6 Mio.


14. Dezember: Das Frauenstimmrecht wurde eingeführt. Ein Plebiszit zum Frauenstimmrecht zeigte, dass die Frauen mit überwiegender Mehrheit das Stimmrecht wünschten. Daraufhin wurde ein Gesetz verabschiedet, das Frauen zur Stimmabgabe und zur Kandidatur für öffentliche Ämter berechtigte.


1940

7. Juni: Durch den Commonwealth Act No 570 wurde Filipino, was nur ein anderer Name für die Sprache Tagalog war, zur Nationalsprache der Philippinen mit dem 4. Juli 1946 erklärt. 1959 wurde Filipino offiziell in Pilipino umbenannt. Bei den Filipinos, die nicht Tagalog als Muttersprache haben, bleibt Pilipino bis heute umstritten und wird von diesen kaum gesprochen.


1941

15. März: Jungfernflug der neuen philippinischen Luftfahrtgesellschaft "Philippine Airlines" (PAL) von Manila nach Baguio. PAL war die erste asiatische Fluggesellschaft.

26. Juli: Angesichts der japanischen Bedrohung wurden 100.000 philippinische Soldaten den United States Armed Forces in the Far East = USAFFE (Streitkräfte in Fernost der Vereinigten Staaten) eingegliedert und General Douglas MacArthur (1880 - 1964) unterstellt.

7. Dezember: Japanischer Angriff auf Pearl Harbor (Oahu, Hawaii). Beginn des Pazifikkrieges.

8. Dezember: Erstes Bombardement der japanischen Luftwaffe auf amerikanische Stützpunkte bei Manila.

Dezember: Die Japaner besetzten die Philippinen mit See-, Luft- und Landstreitkräfte.


1942

2. Januar: Fall von Manila.

29. März: Führungsmitglieder der "Communist Party of the Philippines" (Kommunistische Partei der Philippinen) gründeten in Nueva Ecija die HUKBALAHAP = Hukbo ng Bayan Laban sa Hapon = Volksarmee gegen Japan - People's Army against Japan. Nach dem Krieg organisierte sich HUKBALAHAP unter neuem Namen als HMB = Hukbong Mapagpalaya ng Bayan = People's Liberation Army (Volksbefreiungsarmee).

9. April: Fall von Bataan. Japaner erzwangen den "Todesmarsch" von ca. 70.000 Filipinos und 10.000 Amerikanern, die auf der Halbinsel eingeschlossen waren. Nur 4.000 unter ihnen überlebten den "Todesmarsch" und das anschließende Gefangenenlager.

2. Dezember: Japaner gründeten die Kapisanan sa Paglilingkod sa Bagong Pilipinas = Kalibapi = Society for Service to the New Philippines (Gesellaschaft zum Dienst an den neuen Philippinen) als politische Partei. Parteichef wurde Jorge B. Vargas (1890 - 1980).


1943

7. September: die Kalibapi ratifizierte eine neue Verfassung für die Philippinen nach japanischer Vorstellung.

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14. Oktober 1943 - 17. August 1945

Zweite Philippinische Republik unter einer Marionettenregierung der Japaner



Die Japaner betrachteten die Philippinen als Bestandteil ihrer mit dem Namen "Greater East Asia Co-Prosperity Sphere" (Großostasiatische Gedeihlichkeits-Sphäre) verbrämten Gewaltherrschaft über Ost- und Südostasien.

In den Schulen wurde das Erlernen der japanische Sprache und der japanischen Kultur zu Pflichtfächern.

Die von Japan abhängige, zweite Philippinische Republik wurde außer von Spanien und den Achsenmächten (Deutschland und Italien) auch vom Vatikan anerkannt.

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1943

14. Oktober: Ausrufung der zweiten Philippinischen Republik unter dem Marionettenpräsidenten José P. Laurel (1891 - 1959)


1944

1. August: Manuel Quezon, der philippinische "Commonwealth" Präsident starb im Exil.

20. Oktober: Landung der Amerikaner unter General McArthur auf Leyte zur Befreiung der Philippinen von den japanischen Okkupanten. Begleitet wurde er vom neuen philippinischen "Commonwealth" Präsidenten, Sergio Osmeña.


1945

3. Februar: Nach verlustreichen Kämpfen nahmen die Amerikaner das völlig zerstörte Manila wieder ein.

15. März: Gründung des "Congress of Labor Organizations = CLO" (Zusammenschluss der Arbeiterbewegungen) durch Hukbalahap. Ihr Vorsitzender, Cipriano Cid, musste 1948 mit der CLO in den Untergrund gehen, da die Hukbalahap und die kommunistische Partei verboten wurden.

15. Juli: Gründung der "Democratic Alliance" (Demokratische Allianz), eines Volksfrontbündnisses. Die sechs 1946 gewählten Abgeordneten durften nicht in den Kongress einziehen, da hinter der Allianz die verbotene kommunistische Partei vermutet wurde. 1948 löste sich die demokratische Allianz wieder auf.

17. August: José P. Laurel (1891 - 1959), der Präsident der japanischen Marionettenregierung, erklärte das Ende der zweiten Philippinischen Republik.

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1946

30. April: US Congress verabschiedet Philippine Rehabilitation Act. Danach erhalten die Philippinen $800 Millionen als Entschädigung für Kriegsschäden. Die Zahlung von $300 Millionen daraus wird abhängig gemacht vom Parity Amendment zur philippinischen Verfassung (s. 1947). 1,1 Millionen Filipinos sind durch den Pazifikkrieg umgekommen.

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1946 -

Dritte Philippinische Republik



"Nach der Unabhängigkeit 1946 verlor die philippinische Zentralregierung mehr und mehr die Kontrolle über die regionalen Politiker, von denen manche so mächtig wurden, dass sie schon 'Warlords' (Kriegsherren) genannt wurden. Sie setzten ihre wirtschaftliche Macht und ihre politischen Ämter mit Hilfe von Privatarmeen durch, und diese 'Warlords' terrorisierten die Landbevölkerung und errichteten praktisch regionale Autonomiegebiete zum Preis dafür, dass sie in ihren Gebieten für die geschlossene Stimmabgabe für bestimmte Politiker in Manila sorgten.

"Somit hatten in der Nachkriegsrepublik die lokalen Führer ihre Privatarmeen beihalten und kontrollierten die Polizei, und sie hatten auch die Macht, in kriminelle Machenschaften zu intervenieren und dabei den Ton anzugeben und setzten praktisch die Strafgesetze des Landes außer Kraft."

"Kurz gesagt fehlte dem Staat die Fähigkeit, seine Gesetze und seine Politik über das gesamte Staatsterritorium auszudehnen. Es fehlte auch an dem Monopol einer bewaffneten Streitkraft; sogar in 'normalen' Situationen fehlte das Gegengewicht zu der Existenz der Privatarmeen auf lokaler Ebene von den Dörfern bis hinauf zu den Provinzen... Folglich konnte der Staat den lokalen Herrschern keine Anweisungen erteilen, sondern musste bitten, betteln und lange mit ihnen verhandeln. Die Lähmung verursachte wenig Taten und viel Gerede, denn die Autoritäten einer jeden Verwaltungsebene mussten bei diesem System Kompromisse mit den autonomen Führern eingehen, die eigentlich unter ihnen standen, und man musste sie inständig bitten, dass, was man wollte, auch wirklich umzusetzen."

"Sobald sie gewählt sind, werden die Politiker die Investitionen (die finanziellen Unterstützungen) über Kredite zu geringen Zinssätzen, gezielte Erstellungen wirtschaftlicher Vorgaben oder Lizenzen für staatlich vergebene Unternehmen wie in der Holzwirtschaft oder beim Rundfunk vielfach zurückzahlen."

"In der Republik von 1946 - 72 waren es die philippinischen Präsidenten gewohnt, Staatslizenzen als Handelsware in ihren Verhandlungen mit nationalen und lokalen Eliten zu verwenden, und sie ließen dabei politisch einflussreichen Familien so manchen Vorteil zukommen... Das politische System der Philippinen war weniger geprägt von der Verteilung des Überschusses aus der Wirtschaft auf die Bedürftigen als vielmehr auf die Rückführung von erhaltenen Leistungen und finanziellen Zuwendungen - was zur Folge hatte, dass bevorzugte Familien die Regeln nach Bedarf manipulieren konnten, wenn sie ihren Reichtum nur richtig einsetzten."

Fortsetzung folgt

Abu Sayyaf. . . . . . . . . . . . . . . . .Phil. Geschichte (Kap. 1)


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