Wirtschaft
Republika ñg Pilipinas


Volkswirtschaft
Wirtschaftsdaten: Stand Juni 1991
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Dienstleistungsgewerbe


Finanzen

In den Anfangsjahren der 1990er setzte sich das philippinische Finanzsystem aus Bankenaufsichtsinstitutionen und Finanzaufsichten aus dem Nichtbankenbereich sowie den Geschäftsbanken, speziellen staatlichen Banken, Bauern- und Landwirtschaftsbanken, Auslandsbanken, Baufinanzierungsgesellschaften und Bausparkassen, Investitions- und Maklerbüros und öffentlichen Finanzierungsgesellschaften zusammen. Die Zentralbank und die Sicherungs- und Devisenkommission stellte die Regeln auf und übte die Bankenüberwachung aus. Die Philippinen besaßen ein relativ hoch entwickeltes Bankensystem und dennoch beliefen sich die finanziellen Bewegungen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, wenn man die Größe des Landes berücksichtigt. Während der ausgehenden siebziger und frühen achtziger Jahre wurden eine ganze Anzahl an Verordnungsreformen eingeleitet, um das System zu stärken, aber die Finanzkrise von 1981 und 1983 schmälerten ihre durchschlagenden Auswirkungen. Seit 1986 unternahmen die Finanzierungsgesellschaften angestrengt Erholungsversuche.

Bis zur Wirtschaftskrise Mitte der Achtziger war die größte Geschäftsbank der Philippinen die staatseigene PHilippinische Nationalbank (Philippinie National Bank = PNB). Sie war 1916 zur Unterstützung der Landwirtschaft beim Export von Getreide gegründet worden, und die PNB hielt in den 1970ern und 1980ern etwa 25 bis 30 Prozent Marktanteil. Infolge der Akkumulation von nicht realisierten Gewinnen fiel die Gewinnausschüttung der PNB 1987 um die Hälfte. 1988 gab es 20 Inlandsbanken im Privatbesitz und vier Niederlassungen ausländischer Banken waren im Geschäftsbankenbereich aktiv. Mit dem Inkrafttreten des "Allgemeinen Bankengesetzes" (General Banking Act) von 1948 wurden die ausländischen Beteiligungen an einer inländischen Bank auf einen Anteil von 40 Prozent begrenzt. Der Gesamtgewinn im Geschäftsbankenwesen erreichte 1988 um die 330 Milliarden Pesos.

Die philippinische Regierung kontrollierte 1991 drei Spezialbanken; es waren die "Philippinische Entwicklungsbank" (Development Bank of the Philippines), die "Philippinische Landbank" (Land Bank of the Philippines) und die Philippinische Amanah Bank. Die "Philippinische Entwicklungbank" wurde 1946 gegründet und ursprünglich dazu eingerichtet, den Wiederaufbau nach dem Kriege voranzutreiben, und sie vergab langfristige Kredite. Sie deckte 47 Prozent der langfristigen Kredite und 15 Prozent der mittelfristigen Darlehen ab. Mehr als 70 Prozent ihrer Kredite wurden an die Industrie vergeben. Die "Philippinische Landbank" wurde erst in frühen 1970ern zur Finanzierung der Landreform der Regierung eingerichtet. Die Philippinische Amanah Bank organisierte sich Mitte der siebziger Jahre und diente vornehmlich den Moslems im Süden der Philippinen. Auslandsbanken wurde das Geschäft auf den Philippinen ab 1977 gestattet. Auch seit 1977 wurde bestimmten inländischen Banken erlaubt, Depots in ausländischen Währungen einzurichten und sich an der Ausgabe von Krediten in Auslandswährungen zu beteiligen.

Seit ihrer Gründung 1948 bis 1980 regulierte die Zentralbank das Geschäftsbankenwesen überaus umfassend und engagierte sich besonders in der Rediskontierung. Zinssätze wurden mit verwaltungstechnischen Verordnungen festgesetzt, und sie lagen gewöhnlich unter dem Verrechnungssatz des Marktes. Die Geschäftsbanken neigten dazu, kurzfristige Kredite nur an ihnen bekannte und solvente Kreditnehmer zu gewähren. Dennoch erwies sich das System nach mehreren Bankenzusammenbrüchen zeitweise instabil, und es offenbarte einige Fehler. 1980 wurden auf Druck der Weltbank und des IWFs mehrere Maßnahmen eingeleitet, die Kompetenz des Finanzsektors zu stärken, eine größere Effezienz zu erreichen und die Gewährung von langfristigen Darlehen mehr Kreditnehmern zugänglich zu machen. Großbanken mit einer Einlage von mindestens 500 Millionen Pesos durften in den Geschäftsbankenbereich expandierenden oder das "Unibanking", eine Kombination von Geschäfts- und Investitionsbanken, aufnehmen. 1988 gab es einschließlich der PNB acht "Unibanken". Weitere Liberalisierungen wurden 1983 vorgenommen, indem die Zinsen von verwaltungstechnisch festgelegten Raten auf durch den Markt bestimmte Zinssätze umgestellt wurden.

Die Zinssatzbeschränkungen hatten zu einer erhöhten Nachfrage nach Krediten und zu deren Rationierung geführt. Der Malacañang Palast schritt bei Kreditentscheidungen der staatseigenen Banken ein und schwächte damit die Qualität der Banksicherheiten. Man begründete es damit, dass durch den freien Markt bestimmte Zinssätze die Kreditausgabe weniger lohnend und schwieriger gestalten würden. Somit wurde das Finanzierungssystem des Landes durch eine ganze Serien von Krisen ordentlich in Unordung gebracht, bevor die Zinssatzreform durchgesetzt werden konnte und bevor sich die Geschäftsbankenreform auf das Bankenwesen auswirkte.

Die wirtschaftliche und politische Krise, die im Nachhinein zu dem Attentat auf Marcos Rivalen, Benigno Aquino, folgte, resultierte praktisch zu einem Kollaps eines großen Teils des Bankwesens, und es traf besonders die kleineren Banken. Die Großbanken erlitten beträchtliche Verluste durch die dramatische Abwertung des Peso zwischen 1983 und 1985. Die Kredite der Geschäftsbanken waren 1984 noch leicht gestiegen und fielen dann innerhalb der nächsten zwei Jahre um 30 Prozent von 118 Milliarden auf 83 Milliarden Pesos, bevor sie wieder leicht zu steigen begannen. Die Inflationsrate in diesem Dreijahreszeitraum lag bei fast 80 Prozent. Die beiden größten Kreditgeber, die PNB und die "Philippinische Entwicklungsbank" wurden zahlungsunfähig, und eine ganze Anzahl von Finanzinstituten brach zusammen. Die drei größten Investitionsgesellschaften, drei Geschäftsbanken, ein Großteil der 1.000 ländlichen Banken und die größte Sparkasse zählten unter ihnen.

Die Aquino Regierung unternahm einen Rettungsversuch für die PNB und die "Philippinische Entwicklungsbank". 1986 wurden die nicht realisierbaren Forderungen dieser zwei Geldinstitute auf den Staat übertragen, wodurch sich der Wert der Forderungen der PNB um 67 Prozent reduzierte und die der "Philippinischen Entwicklungsbank" sogar um 87 Prozent. Das Gewicht dieser zwei Banken auf dem Finanzsektor schwand dramatisch. Doch der im inländischen Eigentum befindliche Geschäftsbankenbereich konzentrierte sich dadurch zunehmend. Von Mitte der 1950er Jahre bis in die ersten 1980er verfügten die fünf größten, privaten Geschäftsbanken durchschnittlich über 35 Prozent der gesamten Einlagen der privaten, inländischen Geschäftsbanken. Im Jahr 1988 war dieser Anteil auf über 55 Prozenzt gestiegen. Die zusammengefassten Einlagen der fünf großen, inländischen Privatbanken zuzüglich der PNB und der beiden größten ausländischen Banken erreichten in dem Jahr von 56 aus 1980 sogar zwei Drittel aller Geschäftsbankeinlagen.

1990 verdienten die sechs größten Geschäftsbanken nach Steuern auf Gewinnen zusammen geschätzte 7,9 Milliarden Pesos, und das war ein Anstieg von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr, 1989. Ein Memoradum der Weltbank aus 1991 bemerkte, dass der Zuwachs der Bankprofite einen "Mangel an Wertbewerb" indizierte und eine "Marktstruktur, die einen oligopolischen Finanzdienstleistungssektor charakterisierte". Die philippinischen Banken wiesen den größten Zinssatzsprung (Kreditzins minus Sparzins) in Südostasien auf.


Transportwesen

1988 verfügte man über 157.000 km an Landstraßen, von denen 26,000 km als Nationalstraßen ausgewiesen wurden. Etwas weniger als 50 prozent der Nationalstraßen waren sogenannte Allwetterstraßen. Die "Pan-Philippinische-Autobahn", die auch als "Maharlika Highway" bezeichnet wird, verläuft von Laoag City in Ilocos del Norte bis nach Zamboanga City an der südwestlichen Spitze Mindanaos, und sie ist die Hauptverkehrsader des Landes. Die Autobahn durchquert 21 Provinzen. Während der achtziger Jahre verlängerte sich das Nationalstraßennetz um 10 Prozent, und der Teil, der mit einer Asphalt oder Zementdecke versehen wurde, stieg um 20 Prozent. Das Planungsziel für 1992, 100 Prozent der Hauptverkehrsstraßen zu Allwetterstraßen auszubauen und 95 Prozent mit einer festen Fahrbahndecke auszustatten, konnte allerdings nicht erreicht werden. Der Zustand so mancher Straße war wegen des niedrigen Planungsstandards, fehlerhafter Konstruktionen, unangepassten Unterhaltungsmaßnahmen und Zerstörungen völlig überladener Lastkraftwagen erbärmlich. Ein Programm zum Ausbau und der Instandsetzung von lokalen Straßensystemen sollte in die Planungen einbezogen werden.

1988 waren bei der Transpotbehörde des Landes 1,3 Millionen Motorfahrzeuge registriert. Über 22 Prozent davon waren Motorräder, 30 Prozent private Personenkraftwagen und 38 Prozent Nutzfahrzeuge. Bei einem Großteil der Nutzfahrzeuge handelte es sich um Jeepneys, die zum Personentransport umgebauten Jeeps. Ende der 1980er erlebte die Metro Manila eine Kombination aus einer kräftigen Zunahme des Straßenverkehrs und gleichzeitig einer Verknappung an Transportkapazitäten, was auf eine steigende Anzahl privater Personenkraftwagen und trotz der 3.200 Busse und 21.700 Jeepneys im Großraum Manilas, von denen viele überaltert waren, auf einen Mangel bei diesen Fahrzeugen hindeutete.

1991 waren zwei internarionale Flughäfen vorhanden, wobei es sich erstens um Manilas Ninoy Aquino International Aiport und zweitens um den Mactan International Airport bei Cebu City handelte. Etwas mehr als 1 Million Reisende erreichten 1988 die Philippinen über den Luftweg. Ingefähr die Hälfte der nationalen Flughäfen wurden von der größten inländischen und internationalen Fluggesellschaft, den Phlippine Airlines bedient. Im mittelfristigen Entwicklungsplan für 1987-92 befand sich kein beabsichtigter Bau eines zusätzlichen Flughafens. Danach dürfte es nötig sein, Manilas internationalen Flughafen, der in naher Zukunft zu klein sein dürfte, einen noch anwachsenden Flugverkehr zu bewältigen, zu verlegen. Während der Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und den Philippinen im Jahr 1990 über die Zukunft der zwei Hauptmilitärbasen der USA auf den Philippinen kam es zu einer öffentlichen Diskussion, den internationalen Flughafen auf die US-Einrichtung des Luftwaffenstützpunkts von Clark Airbase zu verlegen und aus dem Ninoy Aquino Flughafen einen Inlandsflughafen zu machen.

Ende der 1980er Jahre bestand ein Netzwerk von 622 öffentlichen und 314 privaten Hafenanlagen auf dem philippinischen Archipel. Sechs Häfen - Manila, Cebu, Iloilo, Cagayan de Oro Zamboanga und Davao - wickelten ungefähr 80 Prozent des Seetransports ab. 1988 begann man mit dem Bau eines großen internationalen Containerterminals in Manila. Zahlreiche Hafenausbauprojekte waren in der Planung. So plante man ein Fischereihafenprogramm, und ein weiteres Programm sollte die Roll-on-roll-off Kapazitäten erhöhen, um den Seeverkehr besser mit dem Straßenverkehr zu verbinden.

1987 wurden insgesamt mehr als 3.000 Passagier- und Frachtschiffe in der Schifffahrt zwischen den Inseln mit einer Registertonnage von 417.500 Tonnen eingesetzt. Diese Schiffe beförderten etwa 85 Prozent des Personenverkehrs und Warenumschlags zwischen den Inseln, wobei die Passagierschiffe nahezu 10 Prozent der landesweit gereisten Kilometer ableisteten. Etwas weniger als ein Drittel aller dieser Schiffe wurden im Liniendienst eingesetzt und die verbleibenden zwei Drittel gingen der sogenannten Trampschifffahrt (Bestimmungshäfen richten sich jeweils nach der zu befördernden Fracht) nach. Die Linienschiffe wurden generell in Japan aus zweiter Hand gekauft und waren 1987 durchschnittlich 19 Jahre alt. Obwohl die Schifffahrt grundsätzlich strengen Regeln unterlag, wurde kritisiert, dass Waren und Personen nur sehr schleppend, uneffizient und nicht gemäß den Sicherheitsbestimmungen weiterbefördert wurden, was besonders die Passagierschifffahrt während der Hauptreisezeiten betraf.

Die Philippinen verfügte 1990 über eine Haupteisenbahnlinie, die 266 km nördlich von Manila begann und 474 km nach Süden bis zur Stadt Legaspi City in die Provinz Albay führte. Die Bahn hatte sich im Laufe der Jahre stetig verschlechtert und die Passagierzahlen waren kontinuierlich bis auf zehn Prozent der ursprünglichen Zahlen gesunken und 1990 transportierte sie nur noch ein Zwanzigstel der Güter von 1960. Während der ersten zehn Monate 1990 transportierte die Bahn 30.000 Tonnen Fracht; im Vergleichszeitraum von 1989 waren es noch 48.000 Tonnen gewesen. Gleichzeitig entwickelten sich die Fahrgastzahlen anders herum und stiegen von 210 Millionen Fahrgastkilometer aus 1989 auf 226 Millionen Fahrgastkilometer im Jahr 1990.

Die nationale Eisenbahngesellschaft der Philippinen (Philippine National Railroad) begann 1990-91 ein Projekt, das südliche Streckennetz mittels eines 1,2 Milliarden Kredits aus Japan zu erweitern. Bei der Fertigstellung 1993 reduzierte sich die Reisezeit von Manila nach Bicol beträchtlich.

1984 nahm eine Schnellbahn ihren Betrieb in Manila auf und verläuft von Baclaran im Süden nach Monimento im Norden. Die 15 km lange Strecke entlastet einige der am stärksten frequentierten Straßen von Metro Manila.


TelecommuniKation und Postdienst

Das philippinische Telekommunikationssystem setzte sich 1989 aus fünfzehn Telefongesellschaften, sieben inländischen und vier internationalen Zustelldiensten zusammen und verfügte über zwei Satelliten gestützte Bodenstationen. Ungefähr 70 Prozent der landesweiten Telefonverbindungen waren in Metro Manila konzentriert. Es gab 1989 rund 4,7 Telefonanschlüsse auf 100 Einwohner von Metro Manila, während es landesweit nur 0,8 Anschlüsse auf 100 Personen waren. Das land hatte etwa 380 Radiostationen und 4 Millionen Radiogeräte, die sowohl in Englisch als auch in den Hauptsprachen des Landes sendeten. 42 Fernsehstationen erreichten 6 Millionen Empfänger hauptsächlich in Englisch und in Pilipino. Die Brief- und Paketpost unterhielt mehr als 2.000 Poststellen auf den Philippinen und verdoppelte ihren Versanddienst von etwa 400 Millionen Sendungen im Jahr 1979 auf rund 800 Millionen Sendungen 1988.


Tourismus

Der Tourismus entwickelte sich rasant in den siebziger Jahren und erreichte 1980 über 1 Million Besucher aus dem Ausland. Danach gab es einen starken Einbruch, und nochmals 1 Million Besucher konnten erst 1988 wieder begrüßt werden. In dem Jahr stieg auch die durchschnittliche Aufenthaltsdauer auf 12,6 Tage von 8,9 Tagen noch ein Jahr zuvor. Bei vielen Besuchern handelte es sich jedoch um ausgewanderte Filipinos, die auf einen Kurzbesuch zu ihren Familien und Freunden gekommen waren. 1988 waren durchschnittlich 73 prozent von Manilas 8.500 Hotelzimmern belegt gewesen.

Die Einnahmen aus Touristensteuern schwankten beträchtlich. 1988 schätzte die Zentralbank sie auf 405 Millionen USD, und sie betrug somit 11 Prozent des Exports aus dem warenlosen Handel. Das Tourismusministerium, welches andere Parameter verwendete, schätzte die Einnahmen durch den Tourismus auf 1,45 Milliarden USD. Die meisten Touristen erreichten das Land über Manila, obwohl die Stadt nur über relativ wenig Annehmlichkeiten verfügte und unter Überfüllung, Verschmutzung und Kriminalität litt. Intramuros, die von einer Stadtmauer umgebene Stadt aus spanischer Kolonialzeit war seit ihrer Zerstörung während des 2. Weltkrieges auch noch nicht wieder voll rekonstruiert. Die politische Instabilität des Landes während der 1980er Jahre waren ebenfalls abträglich für den Tourismus. Der mittelfristige Entwicklungsplan rief dazu auf, sowohl den inländischen als auch den Auslandstourismus zu fördern.

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